Der nette Kerl mit dem harten Bass

Lukas möchte zukünftig seine eigene Musik produzieren. Um nichts von dem jungen Künstler zu verpassen, kann man ihm auf Instagram folgen. Mit dem Barcode kommt man direkt auf sein Profil. Foto: Alexander Au Yeong

Lukas möchte zukünftig seine eigene Musik produzieren. Um nichts von dem jungen Künstler zu verpassen, kann man ihm auf Instagram folgen. Mit dem Barcode kommt man direkt auf sein Profil.
Foto: Alexander Au Yeong

Ländle-DJ Lukas Weißenbach (25) hat große Pläne. Von Corona lässt sich der ehrgeizige Götzner nicht von seinem Weg abbringen.

Lukas arbeitet dann, wenn andere Party machen. Oder besser gesagt, sorgt er sogar dafür. Mit einem breiten Lächeln im Gesicht und viel Leidenschaft im Blut lässt er auf der Bühne die Turntables heiß laufen – und das ziemlich erfolgreich. Immerhin gewann Lukas alias Mr. Niceguy 2016 einen österreichweiten DJ-Contest, sorgte für Partystimmung auf dem Summer Splash und performte unter anderem auf der Mainstage des Lake Festivals. Alles in allem lief es für Lukas ziemlich gut. „Und dann kam Corona“, sagt der 25-Jährige. Seit März steht die Partyszene still. Keine Festivals, keine Clubauftritte, kein Einkommen. Davon unterkriegen lässt sich Lukas aber nicht: „Ich habe genug, um mich über Wasser zu halten. Trotz der Situation bin ich positiv gesinnt. Wichtig ist nur, keinen Trübsal zu blasen und weiterzumachen. Wer jetzt still sitzt, verliert“, weiß Lukas. In seiner Fünf-Zimmer-Wohnung im 12. Bezirk in Wien, die er sich mit drei weiteren Mitbewohnern teilt, hat sich Lukas sein eigenes Studio eingerichtet. Mindestens zweieinhalb Stunden pro Tag verbringt er dort mit dem Produzieren und Mixen seiner Musik. „Ich nenne das meine ‚Protected-Time‘: Das Handy auf Flugmodus und mit einem
‚Bitte nicht stören‘-Schild an der Tür gibt es in dieser Zeit nur mich und
meine Musik.“

Vom Hobby zur
Leidenschaft

Doch alles einmal von Anfang an. Den ersten Kontakt mit der Kunstform hatte Lukas schon vor rund zehn Jahren beim Ausgang: „Ich war fasziniert von dem DJ, der auftrat. In dem Moment war mir klar: Das muss ich ausprobieren. Gemeinsam mit einem Freund bestellten wir uns kurz darauf unser erstes DJ-Set und haben geübt. So wurde in mir eine Leidenschaft entfacht“, erinnert er sich. Die ersten Erfahrungen auf der Bühne sammelte Lukas auf Geburtstagen und kleinen Feiern von Freunden. „Irgendwann kamen Maturabälle und Schulfeste dazu. Bis zum Contest war es ein Hobby, doch dann wusste ich, dass mehr dahinter steckt.“

„Summer Splash
war wie eine Schule“

2016 gelang Lukas dann ein kleiner Durchbruch: Beim nationalen DJ Contest „Kick the Mix“ von Swatch setzte sich der damals 21-Jährige gegen 70 Teilnehmer durch und wurde von der Jury, bestehend aus der Künstlermanagerin Anna Sagli-Klingler, DJ Antoine, DJ Rudy MC und dem Duo 2:tages:bart zum Nachwuchstalent gekürt. An einen Moment kann sich der DJ noch ganz genau erinnern: „Beim Contest gab es ein Publikumsvoting: Bei wem die Meute am lautesten grölt, gewinnt. Ganz viele meiner Freunde fuhren nach Wien, um mich zu unterstützen und jubelten mir zu, während ich auf der Bühne meine Performance ablieferte. Ich gewann das Publikumsvoting. „Das hat mich sehr berührt“, erzählt Lukas. Der damals 21-Jährige gewann ein DJ-Equipment im Wert von 5000 Euro und durfte auf dem Summer Splash performen. „Das Summer Splash war wie eine Schule für mich. Die DJs hatten viel mehr Routine und ich konnte mir einige Dinge abschauen. „Nach drei Wochen Party war ich dann froh, wieder heimzukommen und ins Bett zu fallen“, sagt er und lacht. Im nächsten Sommer fand sich Lukas auf der Mainstage des Lake Festivals vor knapp 3000 Festivalgängern wieder. „Das war der bisher bedeutendste Moment für mich. Hier konnte ich die Luft schmecken, wie es sein kann, wenn ich weitermache. Einfach unglaublich“, erinnert sich Lukas.

Ist Mr. Niceguy
bald Geschichte?

Lukas hat sich weiterentwickelt. „Ich möchte zukünftig den Fokus mehr auf meine eigene Musik setzen“, sagt er. Seine Ära als Mr. Niceguy geht zu Ende. „Mr. Niceguy wird dem, was ich mache, einfach nicht mehr gerecht. Der Name entstand zu Beginn meiner Karriere. Damals stellte ich mir die Frage: Was macht mich am meisten aus? Und musste feststellen, dass ich einfach zu nett war, weswegen ich bei Mädels oft in der „Friendzone“ landete. Ich habe der Wahrheit ins Auge geblickt und den Namen zum Programm gemacht. Das mit der „Friendzone“ hat sich erledigt, der Name ist geblieben. Jetzt ist es Zeit für etwas Neues“, meint Lukas. Unter welchem Pseudonym er zukünftig durchstarten wird, lässt der Musiker aber noch offen. „Ich habe eine fixe Idee, möchte sie aber noch nicht verraten“, erklärt er. Auch seine erste Single steht in den Startlöchern: „Es gibt noch kein konkretes Erscheinungsdatum, ich peile aber das erste Quartal 2021 an“, verrät Lukas. Aber: „Wer die neuesten News nicht verpassen möchte, kann mir auf Instagram folgen“, sagt er.

Langweilig wird ihm nie

Zwar nimmt die Musik einen beachtlichen Teil von Lukas’ Leben ein, trotzdem bleibt Zeit für seine Freunde und Hobbys. Um sich fit zu halten, treibt er Sport: „Ich bin stolzer Fehlpasskönig im Wiener Hobby-Fußballverein Sanfrantschüssco!“, erzählt er lachend. Außerdem ist Lukas ein Nintendo Kid: „Schon als Kind habe ich auf dem Gameboy
gespielt. Mittlerweile bin ich auf den Nintendo Switch umgestiegen“, berichtet er. Auch bei seinen Freunden ist Lukas ein geschätzter Kollege, der immer ein offenes Ohr für seine Mitmenschen hat. Obwohl er bald seinen Namen ändert, wird er für seine Familie und Freunde wohl immer der nette Kerl mit dem harten Bass bleiben.

kurz gefragt...



Das schönste Kompliment, das man dir machen kann? Wenn jemand meine Musik als Inspiration nimmt, um selbst Musik zu machen.


Von welchem Getränk hattest du den aller schlimmsten Kater?
Tequila. Kann ich seither nicht mehr trinken.


Wie würdest du dich selbst
beschreiben? Ehrlich, ehrgeizig,
selbstkritisch, tollpatschig.

Wo steht Lukas Weißenbach in fünf Jahren? Hoffentlich auf einer Bühne
beim Tomorrowland-Festival.


Musik? Ein wunderbares Mittel, um
Emotionen zu übertragen.


Name: Lukas Weißenbach
Alter: 25 Jahre

Wohnort: Götzis, Wien
Beruf: Musikstudent
Hobbys: Sport, Mario Games, kochen

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