Türkei: Kurz bleibt weiter hart

Die Beziehungen zwischen der Türkei und Österreich sind angespannt.
Die Beziehungen zwischen der Türkei und Österreich sind angespannt.

Auch nach Abziehen des türkischen Botschafters bleibt der Außenminister Sebastian Kurz auf ­seinem Kurs.

Außenminister Sebastian Kurz hält auch nach dem temporären Abzug des türkischen Botschafters aus Wien an seinen Positionen zur Türkei fest. Das erklärte ein Sprecher des Ministers gestern. Man nehme den Schritt zur Kenntnis und führe die bilateralen Gespräche „auf allen Ebenen“ weiter. Auch der österreichische Geschäftsträger in Ankara, Georg Oberreiter, wurde am Montag anstelle des auf Urlaub befindlichen Botschafters Klaus Wölfer ins türkische Außenministerium zitiert. Der Hintergrund dürfte die Kurdendemonstration am Samstag in Wien gewesen sein.

Dicke Luft

Seit dem gescheiterten Putsch Mitte Juli sind die Beziehungen zwischen der Türkei und Österreich angespannt. Die Türkei warf Österreich „radikalen Rassismus“ vor, nachdem sich Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) für einen Abbruch der EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei ausgesprochen hatte.

Botschafter schon im ­Vorjahr zurückbeordert

Erst im Vorjahr war der türkische Botschafter in Wien zu Konsultationen in die Heimat zurückbeordert worden. Damit protestierte die Regierung in Ankara gegen die Erklärung des Österreichischen Nationalrats zum Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich 1915. Diese habe für „Empörung“ gesorgt und werde die Beziehungen zwischen beiden Ländern „dauerhaft beschädigen“, hieß es in einer Stellungnahme des türkischen Außenministeriums damals.

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