Größte Massenevakuierung der Nachkriegszeit

Die Bombe in Koblenz wurde während Bauarbeiten gefunden. Foto: AFP

Die Bombe in Koblenz wurde während Bauarbeiten gefunden. Foto: AFP

Mehr als 90.000 Menschen müssen in Frankfurt und Koblenz an diesem Wochenende ihre Wohnungen und Häuser verlassen, weil in ihrer Nähe Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden wurden.

Wegen der Entschärfung einer großen Weltkriegsbombe musste fast ein Fünftel der 113.000 Einwohner von Koblenz gestern seine Wohnungen und Häuser verlassen. Geräumt wurde eine Sperrzone mit einem Radius von einem Kilometer. Darin leben 21.000 Menschen. In dem Gebiet lagen auch zwei Bahnhöfe, ein Krankenhaus, zwei Altenheime, das Bundesarchiv, Schulen und Kitas sowie das Koblenzer Gefängnis. Dessen Häftlinge waren schon zuvor auf andere Justizvollzugsanstalten verteilt worden.

500-Kilo-Blindgänger

Der 500-Kilogramm-Blindgänger US-amerikanischer Herkunft war am Montag bei Bauarbeiten für einen Kindergarten gefunden worden. Nur einen Tag nach der Koblenzer Evakuierung müssen heute in Frankfurt sogar 70.000 Bürger ihre Wohnungen verlassen: Hier soll eine Luftmine mit einem Gewicht von 1,8 Tonnen entschärft werden! Dies sei die größte Massenevakuierung der Nachkriegszeit – aus der Sperrzone wurden bereits Patienten aus zwei Krankenhäusern verlegt, wie Sprecher von Polizei und Feuerwehr berichteten. Außer dem Bürgerhospital und dem Marienkrankenhaus müssen noch zehn Altersheime geräumt werden.

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