Familiendrama: Dreifachmord in Ems

Die Ermittler beim Abtransport der Leichen aus der Wohnanlage. Fotos: Philipp Steurer

Die Ermittler beim Abtransport der Leichen aus der Wohnanlage. Fotos: Philipp Steurer

Entsetzliche Bluttat in Hohenems: Die ­Leichen einer Mutter (33) und ihrer zwei Töchter (4, 7) wurden gefunden, der Täter ­richtete sich im Anschluss selbst.

In der Nacht auf gestern wurde die Polizei Hohenems von Anwohnern zu einer Wohnung etwas außerhalb des Stadtzentrums gerufen. Nachdem sie die Tür gewaltsam geöffnet hatte, fand sie eine entsetzliche Szene vor: In der Küche lag der leblose Körper einer Frau, im Wohnzimmer zwei Leichen der vier- und siebenjährigen Töchter der 33-Jährigen. Als die Beamten weiter ins Badezimmer vordrangen, stand dort das Fenster offen. Am Boden vor dem Fenster, welches sich im dritten Stock der Wohnanlage befindet, lag der 38-jährige Ehemann und Vater, ebenfalls tot.

Erste Erkenntnisse

Bei der gestern um 13 Uhr einberufenen Pressekonferenz schilderte Chefinspektor Norbert Schwendinger die Situation. Es war zu dem Zeitpunkt bereits bekannt, dass die Kinder von dem 38-Jährigen mittels einiger Messerstiche mit einem Küchenmesser getötet wurden. Anschließend begab sich der Täter in die Küche, wo er zuerst mit einem kleinen Hammer auf seine Frau losging und sie am Kopf verletzte und die 33-Jährige anschließend ebenfalls mit einigen Messerstichen hinrichtete. Vermutlich aufgeschreckt durch die Geräusche, welche die Polizisten beim Öffnen der Türe machten, begab sich der österreichische Staatsbürger mit türkischen Wurzeln ins Badezimmer, wo er sich zuerst ebenfalls einige Messerstiche im Brustbereich zufügte und anschließend aus dem Fenster sprang. Er dürfte sofort tot gewesen sein.

Betretungsverbot

Wie der Täter ins Haus gelangt ist, ist unklar. Es steht jedoch fest, dass gegen ihn ein Betretungsverbot vorlag. Bereits im August war es demnach zu einem gewalttätigen Verhalten gekommen, woraufhin alle erforderlichen Schutzmaßnahmen für seine Familie eingeleitet wurden. Seiner Frau sei außerdem nahegelegt worden, sich bei der Gewaltschutzstelle zu melden, was sie auch gemacht hatte. Auch habe man ihr angeraten, beim Gericht um eine Verlängerung des Betretungsverbots, welches nach zwei Wochen automatisch aufgehoben wird, anzusuchen. Das Verbot wurde schließlich für sechs weitere Monate bewilligt.

„Alle Schritte eingehalten“

Der Täter hatte während den vergangenen Wochen bei seinen Eltern gewohnt, wo er sich auch am Abend vor der Tat aufgehalten hatte. Sein Motiv würde sich laut Schwendinger wohl „nicht mehr eindeutig klären lassen“. Der 38-Jährige habe jedoch eine ihm angeratene Täterberatung in Anspruch genommen. In der nächsten Woche wäre erneut mit ihm Kontakt aufgenommen worden, was nun, laut Bezirkshauptmann Helgar Wurzer, „leider nicht mehr stattfinden kann“. Wurzer betonte, dass im Vorfeld alle erforderlichen Schritte eingehalten wurden. Außer dem Vorfall im August, welcher nur gegen die Ehefrau, nicht gegen die Kinder gerichtet war, ist kein weiterer Hinweis bekannt. Es hätte keine offensichtliche „unmittelbare Gefahr bestanden“. Für die Leichen wurde noch gestern eine Obduktion angeordnet.

<p class="caption">Der abgesperrte Tatort. </p>

Der abgesperrte Tatort. 

<p class="caption">Auch die Ordnungshüter lassen derartige Vorfälle nicht kalt. Fotos: Steurer, handout/privat, Hofmeister, W&W</p>

Auch die Ordnungshüter lassen derartige Vorfälle nicht kalt. Fotos: Steurer, handout/privat, Hofmeister, W&W

<p class="caption">Ermittler und Polizei arbeiteten Hand in Hand. </p>

Ermittler und Polizei arbeiteten Hand in Hand. 

<p class="caption">Die Wohnanlage, in der sich die Tragödie ereignete. </p>

Die Wohnanlage, in der sich die Tragödie ereignete. 

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