„Waffe an den Kopf gehalten“

Bei der sofort eingeleiteten Alarmfahndung waren rund 200 Polizisten im Einsatz. Fotos: Rauch, VOL.AT, W&W

Bei der sofort eingeleiteten Alarmfahndung waren rund 200 Polizisten im Einsatz. Fotos: Rauch, VOL.AT, W&W

Die Polizei lieferte gestern im Rahmen einer Pressekonferenz Details zu den Vorfällen in Bregenz und Lauterach vom Montag.

Zu Beginn der Pressekonferenz bedankte sich Landespolizeidirektor Hans-Peter Ludescher bei den Medien für die Unterstützung bei der Öffentlichkeitsfahndung sowie bei der Bevölkerung für die Hinweise, die letztendlich zur Festnahme des Täters führten. Anschließend schilderte Chefinspektor Schwendinger den Tathergang.

Schüsse im Bus

Ein 29-jähriger österreichischer Staatsbürger fuhr am Montag mit dem Linienbus aus Richtung Bregenz kommend nach Lauterach. Gegen 13.20 Uhr schoss er mit einer eine CO²-Waffe auf eine 69 Jahre alte Frau, die sich gerade bereit machte, in Lauterach auszusteigen. Sie erlitt Verletzungen im Kopfbereich. „Anschließend bedrohte der Täter die Busfahrerin, indem er ihr die Waffe an den Kopf hielt und mehrfach versuchte zu schießen – es löste sich aber kein Schuss“, führte Chefinspektor Norbert Schwendinger im Detail aus. Bei der Bushaltestelle saß ein 15-jähriges Mädchen, auf die der Mann ebenfalls zielte, erneut löste sich kein Schuss. Er konnte unerkannt flüchten, eine Großfahndung wurde eingeleitet.

Drei Schüsse in der Bank

Um 15.20 Uhr ging beim LKA Vorarlberg der Überfallsalarm der Sparkasse Bregenz, Heldendankstraße, ein. Dort war der Beschuldigte mit gezogener Waffe in die Bank gestürmt und hatte mindestens drei Mal auf einen Bankangestellten, der bei einem Geldausgabeautomaten stand, geschossen. Das Opfer erlitt drei Einschüsse im Hals und befindet sich in stationärer Behandlung.

Ein und derselbe Täter

Die Ermittler konnten aufgrund von Zeugenaussagen eine eindeutige Verbindung zwischen dem ersten und dem zweiten Vorfall herstellen. Es ergab sich ein konkreter Tatverdacht gegen den Beschuldigten, worauf eine Öffentlichkeitsfahndung nach dem 29-Jährigen veranlasst wurde. „Aufgrund eines Hinweises aus der Bevölkerung konnte er gegen 18 Uhr beim Bahnhof Bregenz von Beamten der Stadtpolizei Bregenz festgenommen werden. Die Tatwaffe wurde sichergestellt – es handelt sich um eine CO²-Waffe vom Typ Walther CP88. Die 4,5 mm Projektile sind nicht lebensgefährlich, können aber schwere Verletzungen verursachen“, erklärte Schwendinger und fügte hinzu: „Optisch ist so eine Waffe sogar für einen Polizisten kaum von einer echten zu unterscheiden. Für eine bedrohte Person ist das in dieser Situation bestimmt ein großer Schock. Man kann so eine Waffe in Österreich aber ab 18 Jahren frei erwerben.“

Psychisch schwer krank

Der bereits zuvor amtsbekannte und mehrfach angezeigte Mann ist psychisch schwer krank und wurde nach Verhängung der Untersuchungshaft anschließend ins LNKH Rankweil eingeliefert, wo er von Justizwachebeamten bewacht wird.

<p class="caption">Ein Screenshot vom Facebook-Profil des mutmaßlichen, psychisch kranken Täters.</p>

Ein Screenshot vom Facebook-Profil des mutmaßlichen, psychisch kranken Täters.

<p class="caption">Die Waffe vom Typ „Walther CP88“ verschießt „Diabolo-Projektile“ aus Metall.</p>

Die Waffe vom Typ „Walther CP88“
verschießt „Diabolo-Projektile“ aus Metall.

<p>H.-P. Ludescher</p>

H.-P. Ludescher

<p>N. Schwendinger</p>

N. Schwendinger

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