Dornbirn: Versuchte Nötigung

Der 17-Jährige soll dem Opfer nicht an die Brust gefasst haben. Symbolfoto: MiK

Der 17-Jährige soll dem Opfer nicht an die Brust gefasst haben. Symbolfoto: MiK

Nach einem ­Übergriff am ­Bahnhof wurde ein 17-jähriger Afghane zumindest vom ­Tatvorwurf der sexuellen Belästigung­freigesprochen.

Am 22. Juni war es am Dornbirner Bahnhof zu einem Übergriff des angeklagten Afghanen auf eine 37-jährige Frau gekommen. Vor der Polizei sagte diese aus, der 17-Jährige habe ihr kräftig an die Brust gefasst. Vor Gericht wiederum gab sie als Zeugin zu Protokoll, der Angeklagte habe ihr am Bahnsteig vor dem Zigarettenautomaten unter ihrem T-Shirt lediglich an die Rippen gefasst.

Nötigung und ­Körperverletzung

Der Angeklagte habe der Frau gar nicht an die Brust gegriffen, sagte Richterin Angelika Prechtl-Marte schließlich in ihrer Urteilsbegründung. Verurteilt wurde der 17-Jährige zu einer Geldstrafe von 320 Euro wegen einer Nötigung, davon 80 Euro unbedingt. Der 17-Jährige habe der Frau in den linken Oberarm gezwickt und so versucht, sie zum Mitkommen zu zwingen. Für das erlittene Hämatom muss ihr der Flüchtling 100 Euro
bezahlen.

Verletzungen auch
bei Begleiter

Der 29-jährige Begleiter der Frau erlitt durch einen Schlag mit einem Holzstock leichte Verletzungen am Arm. Der Angeklagte wurde jedoch vom Vorwurf der ­Körperverletzung freigesprochen, da nicht mehr feststellbar sei, wer von den Angreifern der Täter gewesen war.

Party-Einladung

Begonnen mit den Übergriffen habe es, nach Aussage der Frau, mit einer verbalen Aufforderung. Die jungen Männer hätten zu ihr gesagt, dass sie eine schöne Frau sei und im Anschluss gefragt, ob sie zu einer Party mitkommen wolle. Als man ihnen angeraten habe zu verschwinden, seien sie ­aggressiv geworden.

Verteidiger fordert ­Freispruch in allen Punkten

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Angeklagte sowie ­Staatsanwalt Johannes Hartmann nehmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Verteidiger Klaus Hartmann ­be­­­­antragte Freisprüche von allen Anklagepunkten. Der 17-jährige Afghane beteuerte ebenfalls, nicht schuldig zu sein.

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