Kastenwagen rast in Menschenmenge –mehrere Tote und Verletzte in Münster

Bewaffnete Polizisten in der Innenstadt von Münster. Mehrere Menschen mussten sterben, als ein Kastenwagen in eine Menschenmenge fuhr. 

Bewaffnete Polizisten in der Innenstadt von Münster. Mehrere Menschen mussten sterben, als ein Kastenwagen in eine Menschenmenge fuhr. 

In der Altstadt ist gestern ein Kleinlaster in einen Biergarten gerast. Kein terroristischer Hintergrund.

Drei Menschen (Stand bei Redaktionsschluss) kamen dabei ums Leben. Unter den Toten sei auch der Fahrer, der sich nach Erkenntnissen der Polizei erschossen habe. Von den rund 30 Verletzten seien sechs schwer verwundet, einige von ihnen schwebten noch in Lebensgefahr, hieß es aus Sicherheitskreisen. Die Tat ereignete sich im Gastgarten des Traditionsgasthauses „Großer Kiepenkerl“. Dort genossen am Nachmittag viele Menschen das frühlingshafte Wetter. In dem Kleinlastwagen sei ein verdächtiger Gegenstand gefunden worden, sagte ein Polizeisprecher. Deshalb sei der Tatort weiträumig gesperrt worden. Ob von dem Gegenstand eine Gefahr ausging, musste geklärt werden. Die Polizei berichtete auch von Gerüchten, wonach zwei weitere Menschen aus dem Transporter gesprungen und geflüchtet sein könnten. Der Bürgermeister von Münster, Markus Lewe, sagte zunächst ebenfalls, dass die Hintergründe der Tat noch unklar seien. „Ganz Münster trauert über dieses schreckliche Ereignis“, sagte er vor Journalisten. Nach Informationen der „Westfälischen Nachrichten“ raste das Fahrzeug gestern Nachmittag in eine Gruppe sitzender Menschen in der Münsteraner Altstadt. Die deutsche Politik äußerte sich betroffen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich bestürzt gezeigt. „Meine Gedanken sind in diesen Stunden bei den Opfern und den Angehörigen“, teilte Steinmeier mit. Er dankte allen Ordnungs- und Rettungskräften im Einsatz. „Furchtbare Nachrichten aus Münster“, schrieb die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer gestern auf Twitter. „Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen.“ Justizministerin Katarina Barley dankte auf Twitter den Rettungskräften. „Müssen alles tun, um Hintergründe der Tat aufzuklären“, schrieb sie.

Deutscher (48) soll
Täter gewesen sein

Nach der blutigen Tat gingen die Ermittler gestern Abend nicht von einem terroristischen Hintergrund aus. Bei dem Mann am Steuer des Kleintransporters handelt es sich nach dpa-Informationen möglicherweise um einem psychisch labilen Einzeltäter. Laut NRW-Innenminister Reul handelte es sich beim Täter um einen Deutschen. Nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ wurde die Wohnung des mutmaßlichen Täters am Abend nach Sprengstoff durchsucht. Dafür gab es zunächst keine offizielle Bestätigung. Nach Informationen von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ ist der Mann Jahrgang 1969 und Deutscher ohne Migrationshintergrund. Er soll in der Vergangenheit psychisch auffällig gewesen sein, Hinweise auf Islamismus gebe es nicht. Auch dies wurde zunächst nicht offiziell bestätigt.

Wann & Wo | template