Syrien: Giftgas-Angriff lässt Wogen hoch gehen

Rund 60 Menschen starben beim Angriff auf die syrische Stadt Duma. Foto: Reuters

Rund 60 Menschen starben beim Angriff auf die syrische Stadt Duma. Foto: Reuters

Nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien will US-Präsident Donald Trump in Kürze über seine Reaktion entscheiden.

Eine militärische Reaktion scheint daher naheliegend, doch sind die Optionen des Pentagon begrenzt, will es keinen explosiven Konflikt mit Syriens Schutzmacht Russland riskieren. „Die USA müssen sehr vorsichtig sein, nicht versehentlich russische Ziele zu treffen oder russische Berater zu töten“, sagt der Politikwissenschaftler Ben Connable von der Rand Corporation. Da die Russen vielerorts an der Seite der syrischen Regierungstruppen präsent seien, schränke das die Optionen der US-Streitkräfte erheblich ein. Der Tod russischer Soldaten könnte andernfalls zu einer direkten Konfrontation der Atommächte führen.

Intervention? Russland pocht auf Untersuchung

Wahrscheinlicher erscheint daher, dass Trump sich für eine begrenzte Intervention wie vor einem Jahr entscheidet. Damals hatte der US-Präsident als Vergeltung für einen Giftgasangriff in der syrischen Kleinstadt Khan Sheikhoun (Chan Scheichun) Marschflugkörper auf einen Militärflughafen der Regierungstruppen feuern lassen. Auch Trumps Kritiker hatten den Angriff auf die Basis Al-Shairat damals als angemessene und begrenzte Reaktion gelobt. Die russische Regierung will den Verdacht auf Giftgaseinsatz in Syrien durch eine UN-gestützte Untersuchung klären lassen. Russlands Außenminister Sergej Lawrow kündigte in Moskau an, sein Land werde noch eine entsprechende Resolution im UNO-Sicherheitsrat einbringen.

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