Blutigster Tag in Gaza seit 2014

Palästinensische Demonstranten am Gazastreifen. Fotos: APA

Palästinensische Demonstranten am Gazastreifen. Fotos: APA

Der Blutzoll erscheint unfassbar hoch: An einem Tag allein kamen mehr Menschen ums Leben, als in den ganzen sechs Wochen seit Beginn des „Marsches der Rückkehr“.

Gaza trägt Trauer – während Israel und die USA in Jerusalem die Eröffnung der US-Botschaft feierten. Nach dem blutigsten Tag in dem Palästinenser-Gebiet seit dem Krieg 2014 begruben die Menschen gestern ihre Toten. Mindestens 60 Palästinenser sind bei Massenprotesten an Israels Grenze von israelischen Soldaten getötet worden, darunter mehrere Minderjährige. Tausende Palästinenser nahmen gestern an Begräbniszügen teil. Sie trugen Särge auf den Schultern, die in die grüne Fahne der im Gazastreifen herrschenden Hamas gewickelt waren. „Tod Israel!“ riefen wütende Teilnehmer. Zehn der 60 Toten waren nach Angaben aus dem Gazastreifen Hamas-Mitglieder. Der „Marsch der Rückkehr“ sollte nach dem Willen der zivilen Organisatoren ein friedlicher Protest sein. Doch die Hamas nutzte die Proteste für ihre eigenen Ziele. Während die Demonstrationen in der zweiten Reihe eher Volksfestcharakter hatten, näherten sich Gewalttäter der Grenze und griffen Soldaten mit Steinen, Brandflaschen und Sprengsätzen an.

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