Elf-Schritte gegen Klimawandel

Christian Gantner, LSth. Karlheinz Rüdisser und Johannes Rauch mit Klimaexpertin Helga Kromp-Kolb.  Foto: VLK

Christian Gantner, LSth. Karlheinz Rüdisser und Johannes Rauch mit Klimaexpertin
Helga Kromp-Kolb.  Foto: VLK

LSth. Rüdisser, LR Rauch und LR Gantner präsentierten gestern den Vorarlberger Aktionsplan 2018.

Eine Jahresdurchschnittstemperatur von neun Grad Celsius, mehr als 30 Tage über 30 Grad Celsius, deutlich mehr Tropennächte, mehr Gewitter im Sommer und Regen statt Schnee im Winter könnten Vorarl­berg blühen, sollte es keine wirksamen Gegenmaßnahmen setzen. Mit einem Elf-Punkte-Aktionsplan will die Landesregierung die Auswirkungen des Klimawandels jedoch eindämmen.

Spürbare Auswirkungen

Der diesjährige Sommer war im Tiefland Vorarlbergs der dritt-wärmste und in den Bergen der viert-wärmste seit Beginn der 242-jährigen Messgeschichte. Die Niederschlagsmenge war um die Hälfte geringer als im Durchschnitt, noch weniger geregnet hat es seit Beginn der Aufzeichnungen nur neun Mal. „Ein untrügliches Zeichen einer Veränderung der Situation“, machte Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser (ÖVP) gestern im Anschluss an die Regierungssitzung auf die bereits spürbaren Auswirkungen des Klimawandels aufmerksam. Mit den bereits gesetzten Maßnahmen in Richtung der Energieautonomie des Landes sei man auf einem guten Weg, betonten Rüdisser und seine Regierungskollegen, die Landesräte Christian Gantner (ÖVP) und Johannes Rauch (Grüne). „Eines ist aber klar, wir werden uns anstrengen müssen“, ergänzte Rauch. Will man die beim Pariser Klima-Abkommen angestrebte maximale Erwärmung um zwei Grad Celsius erreichen, müsse Österreich sowie die anderen Industrienationen bis 2050 CO2-frei sein, „also komplett auf fossile Energieträger verzichten“, ergänzte die Klimaexpertin Helga Kromp-Kolb von der Boku Wien. Hauptproblem ist laut LR Rauch der motorisierte Individual- und Güterverkehr. „Es wird uns gelingen müssen, diesen deutlich zurückzufahren“, mit einem erhobenen Zeigefinger sei das aber nicht möglich. Es gelte vielmehr, den öffentlichen Personennahverkehr und den Umweltverbund zu stärken bzw. auszubauen und damit nachhaltiges Verhalten zu fördern. Rüdisser ortete bereits Verhaltensänderungen innerhalb der jüngeren Generation. Die Anzahl der Führerscheinbesitzer bei den 20- bis 30-Jährigen sei etwa deutlich zurückgegangen.

Umfassende Maßnamen

Der Elf-Punkte Aktionsplan für das Jahr 2018 umfasst Maßnahmen in den verschiedensten Bereichen. So soll etwa der im Frühjahr 2018 beschlossene Luftqualitätsplan umgesetzt, der Wald durch Schaffung von Mischwäldern gestärkt und die öffentliche Wasserversorgung noch krisensicherer gemacht werden. Zudem will die Landesregierung auch weiterhin Investitionen in die Wasserversorgung auf den Alpen fördern, die Moore als wichtige CO2-Speicher schützen und Gemeinden mit einem Beratungspaket unterstützen.