„Armutszeugnis für Gantner“

T. Giesinger

T. Giesinger

Tierschützer kritisieren, wie die Landespolitik und -Veterinäre die Verantwortung für Tiertransporte auf den Bund abschieben.

Tierschützer Dieter Steinacher aus Nüziders machte vergangene Woche ein brisantes, ihm zugespieltes, Dokument öffentlich. Es handelte sich dabei um eine „Stellungnahme der Amtstierärzte zu Kälber- und Viehtransporten“ vom November 2017, die von insgesamt sieben Vorarlberger Amtstierärzten unterzeichnet wurde und besagt, dass bis auf Weiteres keine Tiertransporte nach Italien, Spanien oder Drittländer abgenommen würden. Trotz dieser Stellungnahme gingen die Tiertransporte weiter, was Steinacher und auch der Verein gegen Tierfabriken heftig kritisieren. Der Grund dafür liege laut VGT in Wien: „Das Ministerium reagierte jedoch rasch und verhinderte die konsequente Tierschutzaktion. Ein Jahr danach läuft das skandalöse Geschäft mit dem Tierleid unter den Augen des verantwortlichen Landwirtschafts-Landesrates Christian Gantner weiter“, schreiben die Tierschützer in einer ersten Reaktion.

„Armutszeugnis“

Am Donnerstag sei dann „der seit Längerem erwartete Erlass des zuständigen Gesundheitsministeriums mit Klarstellungen zu den Kälbertransporten eingetroffen“, hieß es in einer Pressemitteilung des Landes. Für VGT-Kampagnenleiter Tobias Giesinger ist diese Vorgangsweise verantwortungslos: „Aus der Stellungnahme der Amtstierärzte geht klar hervor, dass diese die Transporte und die Bedingungen in den Zielländern als nicht tiergerecht erachten. Dass Landesrat Gantner sich auf ein Schreiben aus dem Ministerium hinausredet, das ihn und die Veterinäre aus der Verantwortung nimmt, bezeichne ich als Armutszeugnis. Die Tierärzte wenden sich ans Land, das Land redet sich auf Bundeskompetenzen hinaus. Und Ministerin Hartinger-Klein hält schützend ihre Hand über das Grauen, das sich für österreichische Kälber abspielt. Wenn es nach Landesrat Christian Gantner geht, soll alles so weitergehen, wie gehabt. Das ist nicht tolerierbar. Wir fordern ihn auf, im Sinne der betroffenen Tiere zu handeln und endlich Verantwortung zu übernehmen.“

Große Entrüstung

Die Amtstierärzte hätten schon im November festgestellt, dass die Transporte aus Vorarlberg nicht „tiergerecht“ sind, heißt es in einer weiteren Aussendung des VGT. „Doch anstatt sofort zu handeln und die tierquälerischen Transporte zu stoppen, wird die Verantwortung einfach an andere weitergegeben“, zeigen sich die Tierschützer entrüstet.

<p class="caption">Obwohl sich Vorarlberger Amtstierärzte schon 2017 klar dagegen aussprachen, wurden weiter Kälber ins Ausland gebracht. Fotos: W&W, VGT</p>

Obwohl sich Vorarlberger Amtstierärzte schon 2017 klar dagegen aussprachen, wurden weiter Kälber ins Ausland gebracht. Fotos: W&W, VGT

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