Rendi-Wagner will Bundeskanzlerin werden

Pamela Rendi-Wagner hat beim SPÖ-Parteitag in Wels gestern versucht, mit Regierungskritik die Delegierten auf ihre Seite zu ziehen.

Wörtlich nannte sie die Koalition „feige“, „selbstverliebt“, „arrogant“ und „armselig“. Der eigenen Partei versprach sie, mit Leidenschaft und Engagement „zu schuften und rackern“, um Österreichs erste Bundeskanzlerin zu werden. Ziemlich genau eine Stunde dauerte die Wahlrede der designierten Parteichefin, die im Wesentlichen nur zu Beginn ein wenig atemlos, weil nervös schien. Der Vortrag war souverän, freilich klammerte sich Rendi-Wagner auch stark an ihre Redeunterlage, was die Delegierten allerdings nicht zu stören schien, wurde sie doch mit Jubel, Trubel, Heiterkeit und stehenden Ovationen gefeiert. Sie selbst versprach: „Ich möchte euch ganz fest umarmen, jeden einzelnen von euch.“ Am meisten traf die künftige Parteichefin den Geschmack des Publikums, wenn sie die Regierung attackierte, etwa als sie in Richtung Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) fragte: „Lieber Sebastian, was hast du in all diesen Jahren eigentlich gemacht?“ Der ÖVP-Chef beschreibe und kritisiere nur, Politiker sollten jedoch handeln. Ringe sich Kurz dann doch einmal zu einer Entscheidung durch, sei diese falsch wie das Nein zum UNO-Migrationspakt.

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