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Wohnen belastet Ländle

„Die Arbeitnehmer stöhnen unter der hohen finanziellen Belastung“, lautet das Ergebnis einer aktuellen Wohnumfrage der AK Vorarlberg.

„Wohnen ist ein Grundrecht und wird zunehmend durch explodierende Mieten, Grundstücksspekulation und überdurchschnittlich steigende Baukosten bedroht,“ berichtet AK-Präsident Hubert Hämmerle über das Ergebnis einer von der Vorarlberger Arbeiterkammer durchgeführten Onlinebefragung zum Thema Wohnen. Teilgenommen haben 1831 Personen. Beachtliche 509 Teilnehmer ergänzten die Umfrage durch persönliche Schilderungen ihrer Situation. Von den befragten Personen leben 62 Prozent in einer Mietwohnung, 38 Prozent sind Eigentümer. Als durch die Wohnungskosten sehr belastet bezeichnen sich 40 Prozent, als mittelmäßig belastet fühlen sich weitere 43 Prozent. Nur elf bzw. fünf Prozent fühlen sich als weniger oder gar nicht belastet. Interessantes, aber nicht überraschendes Detail: Nur 19 Prozent der Wohnungseigentümer im Alter zwischen 45 und 60 Jahren fühlen sich noch sehr belastet, während der Anteil der Mieter, die sich durch die Wohnungskosten sehr belastet fühlen, in dieser Altersgruppe bei 52 Prozent liegt. Für AK-Präsident Hubert Hämmerle bestätigt das „eindrücklich, wie wichtig es ist, während des Erwerbslebens Wohnungseigentum zu schaffen. Damit kann ein wesentlicher Beitrag zur Vermeidung von Altersarmut geleistet werden.“

Zufriedenheit im Ländle

Abgesehen von den hohen finanziellen Belastungen ist die Zufriedenheit mit der Wohnsituation hoch. Nur acht Prozent bzw. fünf Prozent der Mieter und Eigentümer bezeichnen ihre Wohnsituation als schlecht bzw. sehr schlecht. 23 bzw. 33 Prozent hingegen als sehr gut bzw. gut. Weniger euphorisch beurteilen die Mieter in gemeinnützigen Wohnungen ihre Wohnsituation: 14 Prozent beurteilen sie als schlecht und 11 Prozent als sehr schlecht, der überwiegende Teil, nämlich 41 Prozent, sind nur mittelmäßig zufrieden.

Probleme am Wohnmarkt

Außerdem wird die im Bundesland Vorarlberg übliche Befristung von Mietverträgen von den Mietern im Land als ungerecht und belastend empfunden. Vor allem für Familien mit Kindern ist die ständige Ungewissheit, ob sie den Wohnort deshalb wechseln müssen, belastend, so das Ergebnis der Umfrage. Die AK fordert vor diesem Hintergrund einen neuen Anlauf zur Förderung von günstigen Miet-Kauf-Wohnungen.