Brände am Amazonas: Soldaten rücken aus

Die Waldbrände fressen sich seit Tagen durch den Regenwald. Von internationaler Seite kam heftige Kritik an der Regierung wegen ihres bislang fehlenden Eingreifens. Foto: AFP

Die Waldbrände fressen sich seit Tagen durch den Regenwald. Von internationaler Seite kam heftige Kritik an der Regierung wegen ihres bislang fehlenden Eingreifens. Foto: AFP

Angesichts der verheerenden Waldbrände im Amazonasgebiet setzt die brasilianische Regierung nun Soldaten bei den Löscharbeiten ein.

Der Militäreinsatz begann gestern im Bundesstaat Rondonia, wie Verteidigungsminister Fernando Azevedo e Silva mitteilte. Insgesamt stünden in der Region 44.000 Soldaten zur Verfügung. Bisher haben vier Bundesstaaten die Unterstützung der Streitkräfte angefordert. Präsident Jair Bolsonaro hatte den Einsatz des Militärs zuvor per Dekret erlaubt.

Täglich neue Brände

In Brasilien wüten derzeit die schwersten Waldbrände seit Jahren. Im Amazonas-Regenwald in Nordbrasilien sind Hunderte neue Waldbrände ausgebrochen. Wie das staatliche brasilianische Weltraumforschungsinstitut INPE gestern mitteilte, entzündeten sich allein zwischen Donnerstag und Freitag 1663 neue Feuer.

Heftige Kritik an Regierung

Die neuen Daten wurden veröffentlicht, nachdem Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro den Einsatz der Armee gegen die Brände im Amazonasgebiet angeordnet hatte. Zuvor hatte es heftige internationale Kritik am Krisenmanagement der Regierung gegeben. INPE hatte Anfang der Woche alarmierende Zahlen und Satellitenbilder von den Waldbränden am Amazonas veröffentlicht. Demnach gab es in Brasilien seit Jahresbeginn bereits mehr als 76.000 Waldbrände – ein Zuwachs von 84 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Hauptgrund ist die Waldrodung. Bolsonaro machte hingegen wiederholt Umweltschutzgruppen für die Feuer verantwortlich.

Wann & Wo | template