Kein Badespaß für Ländle-Hunde?

Janine und Samy kommen seit zehn Jahren an den Rüttener See. Probleme hatten sie nie. Foto: Sams

Janine und Samy kommen seit zehn Jahren an den Rüttener See. Probleme hatten sie nie. Foto: Sams

Der Fall von Janine und ihrem Hund Samy hatte bei Facebook die Wogen hochgehen lassen. W&W sprach mit ihr.

Das Quecksilber im Thermometer hat die 30-Grad-Celsius-Marke längst passiert, die Hitze liegt drückend über dem Land, die Luft ist so heiß, dass jeder Atemzug zu brennen scheint. Janine Faseth aus Feldkirch flüchtet sich ins türkis-blaue Wasser des Rüttener Sees. Gemeinsam mit ihrem Hund Samy. So, wie schon seit zehn Jahren. Doch dieses Mal werden sie von zwei Polizisten aus dem Wasser gebeten.

„Grenzt an Tierquälerei“

„Man sagte mir, dass Hunde nicht im Wasser und noch nicht einmal am Ufer des Rüttener Sees erlaubt seien“, erzählt Janine WANN & WO. „Wir sollten dann 30 Euro Strafe zahlen und sofort den Platz verlassen.“ Die Strafe zahlt die 25-Jährige bereitwillig und ohne Einwände. „Den Platz verlassen haben wir aber nicht. Das hätte bedeutet, dass der Hund bei über 30 Grad Celsius gut eine halbe Stunde über eine in der blanken Mittagssonne liegende Asphaltstraße laufen muss. Das wollten wir Samy nicht antun.“ Und die Feldkircherin geht noch einen Schritt weiter: „Dass die zwei Polizisten das von uns verlangt haben, grenzt schon an Tierquälerei.“

Suche nach Alternativen

Dem widerspricht die Polizei Vor-arlberg vehement. „Uns liegt das Wohl der Tiere selbstverständlich am Herzen. Schließlich rücken wir stets auch sofort aus, wenn bei heißem Wetter etwa ein Hund in einem Auto eingeschlossen wurde“, versichert Polizeisprecherin Susanne Dilp auf WANN & WO-Anfrage. Die beiden betreffenden Polizeibeamten waren in der Kürze der Zeit allerdings nicht greifbar. Das Badeverbot für Hund am Rüttener See sei aber nun einmal in den Feldkircher Regelungen für Hundehalter festgeschrieben und müsse daher von der Polizei überwacht werden. Janine hat dafür Verständnis – auch wenn sie bemängelt, dass am Zugang zum See zwar ein Schild darauf hinweist, dass etwa Camping verboten ist, von einem Hund ist auf der Tafel aber keine Rede. „Aber gut, wenn es verboten ist, dann ist es so. Komisch ist nur, dass ich dort jahrelang keine Kontrollen gesehen habe, obwohl ich fast täglich am See bin, und plötzlich so viele in kurzer Zeit.“ Denn neben ihr hätten am gleichen Tag noch vier oder fünf weitere Hundebesitzer jeweils 30 Euro pro Tier zahlen müssen. „Einer habe die Strafe nicht zahlen wollen und wurde dann in Handschellen abgeführt, erzählten mir die Polizeibeamten.“ Für Janine stellt sich auch die Frage, was sie nun im Sommer mit ihrem zwölfjährigen Spitz-Border-Collie machen soll. „In meiner Wohnung wird es an Spitzentagen bis zu knapp 40 Grad Celsius heiß, da kann ich nicht mit Samy daheim bleiben.“ Die Polizisten hätten die Ill in Feldkirch und die Frutz in Rankweil als offizielle Hundebadeplätze genannt. „Aber die Ill ist in meinen Augen wegen der Strömung zu unsicher und an der Frutz gibt es kaum Schatten.“ Trotz Strafe, für Janine steht fest: „Wir kommen weiter an den Rüttener See. Wir haben andere probiert, aber der hier ist einfach der Beste. Außerdem ist Samy hier aufgewachsen.“

<p class="caption">Susanne Dilp</p>

Susanne Dilp

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