Belastungszeuge plagte schlechtes Gewissen

Gestern war Tag fünf des Prozesses am Landesgericht Feldkirch.  Foto: Sohm

Gestern war Tag fünf des Prozesses am Landesgericht Feldkirch.  Foto: Sohm

Häusle-Prozess: Der beisitzende Richter Guntram Fischer wollte gestern vom Drittbeschuldigten wissen, warum diese Kehrtwende vom Be- zum Entlastungszeugen so spät komme.

Der ehemalige Betriebsleiter zog wiederholt Aussagen gegen Martin Bösch zurück, nun wollte der Richter die Gründe dafür wissen. „Ich brauchte eine dreijährige Lebenspause, um Bösch dort ankommen zu lassen, wo er hingehört. Ich hatte ein schlechtes Gewissen, sonst hätte ich meine Aussage nicht revidiert“, so die Begründung des Drittangeklagten. Bösch zeigte sich erleichtert und meinte in einer Pause „Besser spät als nie.“ Er scheint verzeihen zu können. In seinem Blog lässt Bösch aber nicht unerwähnt, dass ihn die Situation privat wie beruflich über Jahre sehr belastete.

Organisation
war in Ordnung

Jener Anwalt, der die Firma Häusle im Rahmen der Verbandsverantwortlichkeit vertritt, hakte bezüglich Unternehmensstruktur nach. Ist eine solche schlampig, treffen die Konsequenzen nämlich auch die Firma als Gesellschaft. Doch auch diesbezüglich berichtete der Drittangeklagte nichts Negatives: „Es gab gute Fachkräfte, meines Wissens nach wurden nie Anweisungen wissentlich ignoriert“, so der 56-Jährige.