Missbrauchsopfer Rita bleibt in Haft

Ausschlaggebend ist ein Gutachten von Psychiater Prim. Dr. Haller.

Das schwer traumatisierte Missbrauchsopfer Rita (Name geändert), die angeklagt ist, weil sie sich an ihrem Peiniger habe rächen wollen (WANN & WO berichtete), bleibt in U-Haft. Das hat das Landesgericht Feldkirch am Montag entschieden. Der Richter stützte sich dabei auf ein Gutachten des Psychiaters Univ. Prof. Prim. Dr. Reinhard Haller, das WANN & WO vorliegt. Darin ist von einer „Traumatisierungsstörung und einer schweren Borderline-Störung“ die Rede. Die seien bei der mutmaßlichen versuchten Tat so schwer geworden, dass Rita „nicht dispositionsfähig“, also nicht geschäfts- bzw. rechtsfähig, gewesen sei. Somit seien die Voraussetzungen für die Unterbringung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher gegeben. In anderen Worten: Rita muss im LKH Rankweil in U-Haft bleiben. Einen Termin für die Verhandlung gibt es noch nicht, wie Staatsanwalt Heinz Rusch auf WANN & WO-Anfrage mitteilte. „Das Ermittlungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen“, so Rusch. Ermittelt wird wegen versuchten Mordes. Rita wurde im Alter von sieben bis elf Jahren 50 mal so schwer missbraucht und vergewaltigt, dass sie heute noch immer stark traumatisiert ist.