Wer wusste von der Deponie in Bürserberg?

Nach Bekanntwerden des Häusle-Skandals im Jahr 2016 wurde das Betriebsgelände des Abfallentsorgers umfassend untersucht.  Foto: VOL.AT/Rauch

Nach Bekanntwerden des Häusle-Skandals im Jahr 2016 wurde das Betriebsgelände des Abfallentsorgers umfassend untersucht.  Foto: VOL.AT/Rauch

Kurz vor Ende des Mammut-Prozesses um Häusle wurde eine weitere Deponie angezeigt. Der Ex-Häusle-Chef dementiert eine Beteiligung.

Am Montagnachmittag war bei der Polizeiinspektion Bludenz eine illegale Anzeige eingegangen: Im Schesatobel in Bürserberg wurde einem VN-Bericht zufolge zerhäckselter Sondermüll vergraben. Der angebliche Verantwortliche: Abfallentsorger Häusle. Das Unternehmen steht bereits seit Jahren wegen einer illegalen Mülldeponie auf dem eigenen Betriebsgelände in Lustenau vor Gericht. Mit der nun eingegangenen Anzeige könnte sich der Häusle-Skandal auf weitere Gebiete Vorarl-bergs ausweiten – und das obwohl der Mammut-Prozess inzwischen kurz vor dem Ende steht.

Medikamente und Spritzen

Ex-Häusle-Geschäftsführer Martin Bösch dementiert auf seinem Blog eine Beteiligung der Firma: „Als ehemaliger Häusle-Geschäftsführer kann ich definitiv ausschließen, dass Häusle jemals in Bürserberg eine Geländeverfüllung bewerkstelligt, noch irgendwelches Material dafür bereitgestellt hat. Unser unmittelbares Einzugsgebiet war das Rheintal bis Frastanz/Nenzing. Wir hatten im Walgau weder Fahrzeuge, Maschinen noch Personal im Einsatz.“ Bei den in Bürserberg angeblich vergrabenen Sondermüll-Teilen soll es sich laut der Anzeige um Medikamentenverpackungen, Spritzen und Nylon-Objekte handeln. Diese genaue Beschreibung des Mülls legen die Vermutung nahe, dass der Anzeige in näherer Verbindung zu den Vorgängen stand. Die Firma wurde von der Anzeige überrascht. „Der Sachverhalt war uns bisher nicht bekannt und wird daher aktuell intern geprüft“, erklärt Unternehmenssprecher Martin Dechant gegenüber VOL.AT. Der zuständige Umwelt-Landesrat Johannes Rauch (Grüne) hielt sich gegenüber dem ORF Vorarlberg mit Vermutungen zurück und verwies auf die laufende Prüfung des Sachverhalts. Auch Bürgermeister Fridolin Plaickner zeigte sich verwundert. Der Häusle-Skandal wurde 2016 aufgedeckt, heuer startete der Prozess. Das für erwartete Urteil ist nun fraglich.