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Quo vadis, Fohrenburger?

Geschäftsführer Wolfgang Sila spricht sich klar für den Standort in Bludenz aus. Foto: MJ

Geschäftsführer Wolfgang Sila spricht sich klar für den Standort in Bludenz aus. Foto: MJ

Nach der Fohren-Übernahme durch die Brau­ Union brodelt die Gerüchteküche. WANN & WO sprach mit GF Wolfgang Sila über Bier, eine Heineken-Tribüne in Altach und Quellwasser aus unseren Bergen.



Was waren die Gründe für die Übernahme?
Die Brau­ Union ist aufgrund der großen Nachfrage an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen. Als damals unsere Anlagen gebaut wurden, hatte man sich das ambitionierte Ziel gesetzt, den österreichischen Markt zu erobern – was letztlich scheiterte. Wir haben also noch Potenzial. In Zukunft füllen wir Produkte wie den Gösser Naturradler in Bludenz ab. Das bedeutet auch, dass wir mehr in den Standort investieren und damit neue Arbeitsplätze schaffen – ohne die Marke Fohrenburger zu minimieren oder auf unsere eigenen Produkte zu vergessen. Viel mehr eröffnen sich uns nun neue Chancen.

Und die wären? Wir stärken die eigene Marke, da wir mit dem Vertriebsnetz der Brau Union Zugriff auf neue Märkte erhalten und unsere Produkte überregional vertreiben können – vielleicht ergibt sich dadurch auch eine neue Chance für mein „Baby“, das Einhorn Bier. Primär bleiben wir aber unseren Grundsätzen treu und brauen unser eigenes Bier – mit Wasser aus dem Montafon und vom Arlberg. Es wird auch kein Heineken-Bier in Bludenz produziert. Viel mehr ist die Brauunion daran interessiert, das Fohrenburger-Angebot hier weiter auszubauen. Es geht ja schließlich auch um ihren Absatzmarkt.

Wann hast du das letzte Mal ein Heineken getrunken? Gute Frage (überlegt schmunzelnd). Im Urlaub, das ist aber schon ein Weilchen her. In Vorarlberg habe ich bis dato noch keines getrunken, auch wenn wir es in unserem Sortiment haben.

In den vergangenen Jahren wart ihr verstärkt im Eventbereich präsent, z.B. beim Poolbar Festival oder dem Szene Openair – gibt es hier Änderungen? Aktuell läuft das Verfahren der Bundeswettbewerbsbehörde, solange läuft das Geschäft wie gehabt. Wir wollen auch weiterhin eine Event-Brauerei bleiben.

Wie sieht es im Bereich Sponsoring aus? Heißt die Fohrenburger Fantribune in Altach bald Heineken Kurve? Die Angst muss man sicher nicht haben (lacht). Wir können allen unseren Partnern, Kunden und Freunden versichern, dass die bestehenden Kooperationen genau gleich und unter unserem Namen weitergeführt werden. Im Gegenteil, vielleicht tut sich ja die eine oder andere Türe auf. Heineken ist ja auch Sponsor in der Champions League (schmunzelt).

Verändert sich deine Funktion? Nein, das war ein expliziter Wunsch der Brau Union. Sie schenken uns das volle Vertrauen, es war sogar eine Bedingung der Übernahme, dass ich als Geschäftsführer und im Vorstand weitermache – ein Zeichen für Kontinuität und ein Signal an alle Mitarbeiter, dass wir unseren Job gut machen. Es wird auch keine Personalentscheidungen geben, die nicht von mir getragen werden. Auch die Klausel, dass ich bei offiziellen Anläsen keinen Anzug tragen muss, blieb im Vertrag (lacht).

Diverse „Trolle“ im Netz orteten einen Zusammenhang zwischen der Ludescher Abstimmung und dem Rauch-Rückzug. Wie lange liefen die Verhandlungen? Das erste Gespräch zum Thema Anteilverschiebung war im Mai 2018, lange bevor eine Abstimmung in Ludesch Thema war.

Besteht nicht die Angst, dass sich die Ansichten des neuen Eigentümers später radikal ändern könnten? Eine Garantie gibt es natürlich keine, wie überall in der Marktwirtschaft. Aufgrund der Entwicklung der Brau Union in Österreich und dem großen Produktsortiment sind wir aber viel breiter für die Zukunft aufgestellt.

Als Liverpool-Fan: Drückst du nun im „Endspiel“ in Salzburg den Red Bulls die Daumen oder doch den „Reds“? So sehr ich hinter österreichischen Teams und auch hinter Red Bull stehe, hier kann ich leider nicht anders – mein Herz schlägt für Liverpool.