Iran: Passagierflugzeug mit Marschflugkörper verwechselt

Angehörige legen am Flughafen in Kiew Blumen für die Opfer nieder und trauern.  Foto: AP

Angehörige legen am Flughafen in Kiew Blumen für die Opfer nieder und trauern.  Foto: AP

Seit gestern steht fest, dass die ukrainische Passagiermaschine am Mittwoch im Iran abgeschossen wurde. Offenbar wurde es für einen Marschflugkörper gehalten.

Wie der Luftwaffenchef der iranischen Eliteeinheit, Amirali Hadschisadeh, in einer TV-Ansprache mitteilte, sei die Boeing 737-800 fälschlicherweise für einen Marschflugkörper im Anflug auf eine strategisch wichtige Militärbasis in Teheran gehalten worden und dann mit einer Kurzstreckenrakete abgeschossen worden.

„Lieber selbst tot“

Der zuständige Offizier wollte demnach der Zentrale die Gefahr melden, aber genau zu dem Zeitpunkt habe es einen Defekt im Kommunikationssystem gegeben. Der Offizier hatte laut Hadschisadeh dann nur wenige Sekunden, um zu entscheiden, ob er eine Luftabwehrrakete abfeuert oder nicht. „Und leider tat er es, was dann zu dem Unglück führte.“ Hadschisadeh führte die folgenschwere Fehlentscheidung somit auf ein militärisches Kommunikationsproblem zurück. Das sei jedoch „keine Rechtfertigung und unverzeihlich“, so Hadschisadeh: „Als ich davon erfahren habe, wünschte ich mir, lieber selbst tot zu sein, statt Zeuge dieses Unglücks“. Nur wenige Stunden vor Hadschisadehs TV-Ansprache räumte der Iran ein, für den Absturz des Flugzeugs der Ukraine International Airlines verantwortlich zu sein. Nach Angaben der Streitkräfte gab es an dem Unglückstag mehrere US-Drohungen, iranische Ziele anzugreifen. Daher habe im iranischen Militär „höchste Alarmbereitschaft“ geherrscht.