US-Scouts: Insolvenz wegen Missbrauchs

New York. Nach hunderten Klagen wegen sexuellen Missbrauchs haben die US-amerikanischen Pfadfinder Insolvenz angemeldet. Mit dem Antrag von gestern soll ein Entschädigungsplan für die Opfer ausgearbeitet und die 110 Jahre alte Organisation Boy Scouts of America zugleich geschützt werden. Mehrere tausend Männer haben angegeben, als Jungen von Pfadfinderleitern und anderen Verantwortlichen in dem Verband missbraucht worden zu sein. Teilweise reichen die Vorwürfe Jahrzehnte zurück, aber durch eine Änderung im Verjährungsrecht auf US-Staatsebene sind ihnen erst jetzt rechtliche Schritte möglich geworden. Mit dem Gang vors Insolvenzgericht werden die Klagen nun zuerst auf Eis gelegt. Letztlich könnte es aber sein, dass die Scouts Besitztümer wie etwa Zeltanlagen verkaufen müssen, um die Entschädigungssummen zu zahlen, die möglicherweise auf über eine Milliarde Dollar steigen könnten.