„Handel ist Teil des Problems“

Bernhard Feuerstein. Foto: ÖVP/Mauche

Bernhard Feuerstein. Foto: ÖVP/Mauche

Der Ton zwischen Handel und Bauern verschärft sich. ÖVP-Agrarsprecher Bernhard Feuerstein lässt Spar-Chef Gerhard Drexel wissen: „Faire Partner verhalten sich anders.“

Drexel kritisierte nach den jüngsten VGT-Aufdeckungen und der damit aufgeflammten Diskussion um Produktionspreise für Fleisch das „Handelsbashing“ in Österreich: „Ich kenne kein anderes Land auf der Welt, in dem der Lebensmittelhandel mit der heimischen Landwirtschaft so stark verbunden ist wie in Österreich“, sagte Drexel. So stamme Rinds-, Schweins-, und Kalbfleisch bei Spar schon seit 25 Jahren nur mehr aus Österreich. „Der gesamte heimische Handel tut sehr viel, was die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft betrifft.“

„Es geht um die Wurst“

Für den ÖVP-Agrarsprecher und stellvertretenden Bauernbund-Landesobmann Bernhard Feuerstein ist die Reaktion des Handels und insbesondere jene von SPAR-Chef Gerhard Drexel überzogen und unverständlich. „Ganz ohne Zweifel ist der Handel ein wichtiger Partner der heimischen Landwirtschaft; und es gibt auch einzelne Produktgruppen, wo gemeinsame Erfolge zu verzeichnen sind. Sich aber als Samariter der Bauern darzustellen, hat mit den tatsächlichen Verhältnissen nur wenig zu tun!“ Die landwirtschaftlichen Produktionspreise in Österreich können, so Feuerstein, nicht mit jenen in Deutschland und seinen viel größeren Strukturen verglichen werden. „Wenn man ein fairer Partner der österreichischen Landwirtschaft ist, brüstet man sich nicht damit, Preise über dem Weltmarkt zu zahlen. Es sollte auch für den Handel eine Selbstverständlichkeit sein, dass höhere Qualität nur zu höheren Preisen machbar ist!“ Feuerstein betont, dass es nicht nur um das Frischfleisch in der Theke oder ums Kalbfleisch geht. „Es geht genauso um das Verarbeitungsfleisch in der Wurst; es geht auch darum, dass es keine Sonderaktionen zum Sonderpreis auf Lebensmittel mehr gibt! Tatsache ist, dass es sehr vielen Bauern wirtschaftlich nicht gut geht und der Handel ein Teil dieses Problems ist und sich nicht einfach aus der Verantwortung stehlen darf.“

Tierschutzvolksbegehren: „Soldarität mit Bauern“

Unterstützung erhalten die Bauern auch von der Initiative „Tierschutzvolksbegehren“: „Bezugnehmend auf den gestrigen Abbruch der Gespräche zwischen Bauernbund und dem Konzern SPAR haben wir heute unsere volle Solidarität mit den Bauern erklärt. Als Stimme der Konsumenten unterstützen wir ausdrücklich die geplanten Proteste, die auf eine faire Entlohnung der Arbeit der Landwirte abzielen. Mehr Tierwohl kann unserer Meinung nach nur mit den Bauern gemeinsam erfolgen, nicht auf ihrem Rücken. Der Handel sollte seine bisherige Vorreiter-Rolle in diesem Sinne auch dadurch zeigen, indem er die Arbeit der Landwirte fair entlohnt“, heißt es seitens der Initiative in einer Aussendung.

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