Tirol: Zwei Corona-Infizierte

Italien, Tirol, Bayern – der Coronavirus kommt dem Ländle immer näher. Das Bild zeigt einen gestoppten Zug in München. Foto: APA

Italien, Tirol, Bayern – der Coronavirus kommt dem Ländle immer näher. Das Bild zeigt einen gestoppten Zug in München. Foto: APA

In Österreich gibt es erstmals zwei bestätigte Coronavirus-Fälle. Zwei Personen wurden in Tirol mit dem Virus infiziert, sagte Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) gestern.

Die beiden 24-Jährigen, wovon einer offenbar aus der Lombardei stammt, befanden sich vorerst in der Innsbrucker Klinik in Isolation. Sie seien jedenfalls „nicht lebensbedrohlich“ erkrankt, sondern leiden an Fieber, hieß es gestern. Die beiden in Innsbruck wohnhaften Personen hatten sich selbst an die Leitstelle gewandt und ihre Symptome geschildert. Das Land gab bisher keine Auskunft darüber, wo sich die Personen angesteckt haben könnten.

Suche nach „Patient 0“

Beim Auftreten von SARS-CoV-2 in Bayern im Jänner lief das alles nach Plan, ganz anders beim aktuellen Ausbruch in Norditalien mit immer mehr Infizierten. „Das liegt daran, dass in Bayern der ,Patient 0‘ schnell klar war. Kontaktpersonen waren dadurch leicht eruierbar und es wurden umgehend Maßnahmen bis in die Familien von Betroffenen hinein gesetzt. Zum Beispiel durften Kinder nicht den Kindergarten besuchen“, sagte Reinhild Strauß, Leiterin der Abteilung Öffentlicher Gesundheitsdienst im Gesundheitsministerium. Das Ganze habe sich um ein „geschlossenes Setting“ gehandelt. Anders in Italien, wo der Auslöser, der „Patient 0“, nicht bekannt ist. „Es ist immer schwieriger, wenn die Infektionskette schon weiter fortgeschritten ist. Man muss erst den Ursprung finden.“

Kickl will Grenzkontrollen

Angesichts der beiden Corona-Fälle in Innsbruck bekräftigte FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl seine Forderung nach Grenzkontrollen. Der Grenzverkehr sei auf ein Minimum zu beschränken. Es müsse alles getan werden, damit das Virus sich in Österreich nicht weiter ausbreite. Die Bundesregierung solle sich von ihrer Beschwichtigungspolitik verabschieden. Außerdem müsse die Kommunikation deutlich verbessert werden, forderte Kickl. Eine Kommunikationszentrale für eine lückenlose und zeitnahe Information der Bürgerinnen und Bürger sei Gebot der Stunde. Dies sei auch notwendig, um Panik unter den Menschen zu vermeiden. Ob sich das Virus von Grenzkontrollen beeindrucken lässt, ist allerdings fraglich. Mehr zum Coronavirus auf den Seiten 5 und 6 dieser Ausgabe.

Infos


Wie kann ich mich vor einer ­Ansteckung schützen?

Wie bei der saisonalen Grippe empfiehlt die AGES folgende Maßnahmen:

• Waschen Sie Ihre Hände mehrmals ­täglich mit Wasser und Seife.

• Bedecken Sie Mund und Nase mit einem Papiertaschentuch (nicht mit den Händen), wenn Sie husten oder niesen.

• Vermeiden Sie direkten Kontakt zu ­kranken Menschen.

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