Beitragsprüfung bleibt bei ÖGK

Verfassungsrichter heben nach Klage der AK umstrittenen Teil der Kassenreform auf.

Der Verfassungsgerichtshof hat einen weiteren Baustein der Krankenkassenreform verworfen und für unsinnig erklärt. Die Beitragsprüfung bleibt Aufgabe der Kassen und wandert nicht ins Finanzministerium. Die Arbeiterkammern Vorarlberg und Tirol hatten geklagt und haben nun Recht bekommen.

Umstrittene Reform

Es war Teil der höchst umstrittenen „Reform“ der Sozialversicherung und sorgte von Beginn an für Kopfschütteln auf Länderebene. Künftig sollten nicht mehr die Kassen selbst, sondern die Finanzbehörden die geleisteten Beiträge prüfen. „Das hätte nicht nur viel ungenauere Ergebnisse gezeigt, sondern auch die Selbstverwaltung der Krankenkasse im Kern erschüttert“, erklärt der langjährige Obmann der VGKK, Manfred Brunner. Das sah der Verfassungsgerichtshof auch so, gab den Klagen der Arbeiterkammern Vorarlberg und Tirol recht und machte die Regelung rückgängig.

„Tragende Säule“

Die Regelung stand von Beginn an auf wackeligen Beinen. Der österreichische Rechtswissenschaftler Bernd-Christian Funk etwa nannte die Einhebung, Verwaltung und Prüfung der Beiträge „eine tragende Säule der Selbstverwaltung“. Ohne diese Selbstverwaltung würden Organisationen wie die Kassen aber auch die Arbeiterkammer zu nachgeordneten Anhängseln am Gängelband der Regierung.

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