Aktivisten besetzten Tönnies-Schlachthof

Einige Demonstranten ketteten sich aneinander. Foto: APA/dpa

Einige Demonstranten ketteten sich aneinander. Foto: APA/dpa

Nach dem Corona-Ausbruch beim deutschen Fleischverarbeiter Tönnies ist der Schlachtbetrieb gestern von Aktivisten belagert worden.

Vier Teilnehmer besetzten zeitweise das Dach des Betriebs und brachten dort ein Transparent mit der Aufschrift „Shut Down Tierindustrie“ an. Ähnliche Forderungen kamen von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der sich in einer Videobotschaft für kleinere Landwirtschaftsbetriebe in Deutschland stark machte. „Agrar-Ökologie statt Agrar-Kapitalismus – das könnte doch ein Weg sein für die Zukunft“, sagte der 53-Jährige. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) prüft derweil juristische Schritte gegen Fleisch-Billigangebote. Bei den Protesten bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück blockierten Demonstranten die Hauptzufahrt der Fleischfabrik und verlangten auf Transparenten „Schlachthäuser schließen!“ und „Schluss mit der Ausbeutung von Mensch, Tier, Natur“. Zu dem Protest aufgerufen hatte das Bündnis „Gemeinsam gegen die Tierindustrie“.

Schließung gefordert

In einer Erklärung forderte das Bündnis, der aktuell wegen zahlreicher Coronavirus-Infektionen unter den Mitarbeitern stillgelegte Schlachthof müsse dauerhaft geschlossen bleiben. Vor der Fabrik demonstrierten nach Augenzeugenberichten knapp 100 Personen friedlich gegen die Tierindustrie.

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