Hagia Sophia: Türkei kritisiert Griechenland

Am Freitag wurde zum ersten Mal seit Jahrzehnten das muslimische Freitagsgebet in und vor der einstigen christlichen Kirche und späterem Museum abgehalten. Foto: AP

Am Freitag wurde zum ersten Mal seit Jahrzehnten das muslimische Freitagsgebet in und vor der einstigen christlichen Kirche und späterem Museum abgehalten. Foto: AP

Die Türkei hat Kritik aus Griechenland wegen der umstrittenen Rückumwandlung der ursprünglichen Kirche Hagia Sophia von einem Museum in eine Moschee scharf verurteilt.

Die Reaktion aus Athen „zeigt wieder einmal die griechische Feindseligkeit gegen den Islam und die Türkei“, erklärte ein Sprecher des türkischen Außenministeriums am gestern.

„Wahnvorstellungen“

„Die verwöhnten Kinder Europas, die es nicht akzeptieren können, dass wir uns in der Hagia Sophia erneut tief verneigen, haben Wahnvorstellungen“, erklärte Sprecher Hami Aksoy in Ankara. Er verurteilte auch scharf die Verbrennung einer türkischen Flagge bei Protesten in Thessaloniki in Nordgriechenland. Aksoy warf der Regierung und dem Parlament in Athen vor, die griechische Öffentlichkeit durch „feindselige Äußerungen“ aufzustacheln.

Griechischer Erzbischof: „Unheilige Schändung“

Grund für die Reaktion Ankaras ist unter anderem die Äußerung des griechischen Regierungschefs Kyriakos Mitsotakis. Mit Blick auf das in Istanbul abgehaltene Freitagsgebet nach der Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee erklärte Mitsotakis am Freitag, „dieser Tag ist keine Demonstration der Stärke, sondern ein Beweis der Schwäche“. Das Oberhaupt der orthodoxen Kirche in Griechenland sprach von einem „Tag der Trauer für das gesamte Christentum“. Erzbischof Hieronymos bezeichnete die Umwandlung als einen „unheiligen Akt der Schändung“.