Frau soll Vermieter vergiftet haben

Der Prozess wegen versuchten Mordes wird heute fortgesetzt. Symbolfoto: Roland Paulitsch

Der Prozess wegen versuchten Mordes wird heute fortgesetzt. Symbolfoto: Roland Paulitsch

Eine 51-Jährige muss sich seit gestern Vormittag wegen versuchten Mordes am Landesgericht Feldkirch verantworten.

Der Frau wird vorgeworfen, ihren 82-jährigen Vermieter mit einem Medikamenten-Cocktail vergiftet zu haben. Die Angeklagte war von dem Pensionisten als Erbin eingesetzt worden. Die 51-Jährige bekannte sich zu Prozessbeginn „nicht schuldig“.

Opfer überlebte nur knapp

Der 82-Jährige wurde im vergangenen September ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem Bekannte nach einem Besuch Alarm geschlagen hatten. Der Gesundheits-zustand des pensionierten Landwirts war ihnen höchst bedenklich erschienen. Im Krankenhaus wurde im Blut des Mannes eine Überdosis an Schmerzmitteln festgestellt. Sein Bewusstsein war hochgradig eingeschränkt und er litt unter anderem an einer Lungenentzündung. Der Senior hat sich mittlerweile gesundheitlich wieder erholt. „Das Opfer hat diese Vergiftung nur knapp überlebt“, stellte Staatsanwältin Sarah Maria Haugeneder in ihrem Eröffnungsplädoyer fest. Wäre der Mann in jener Nacht nicht umgehend ins Krankenhaus eingeliefert worden, wäre er heute tot. Die Angeklagte habe das Geld des Pensionisten im Visier gehabt und ihre Erbschaft so schnell wie möglich antreten wollen. Der 82-Jährige besitzt unter anderem zwei Häuser.

Belastendes Material

Die 51-Jährige war Untermieterin bei dem 82-Jährigen und ging ihm im Alltag zur Hand. Sie bezeichnete sich als medikamentenabhängig und weise deshalb Erinnerungslücken auf. Verteidiger Manuel Dietrich betonte, dass seine Mandantin seit langer Zeit psychische Probleme habe. Die 51-Jährige sitzt seit 16. Oktober 2019 in Untersuchungshaft. Den Ermittlungen des Landes-kriminalamts zufolge recherchierte die 51-Jährige im Internet, welche Medikamente tödlich wirken und doch nicht nachweisbar sind. Der Polizei gegenüber rechtfertigte sie die Suchanfragen damit, sie habe Suizid begehen wollen. Weiters existiert ein schriftlicher Austausch zwischen der Angeklagten und ihrem Lebensgefährten, in dem sie sich das gemeinsame Leben nach dem Tod des 82-Jährigen in den schönsten Farben ausmalte. Der Prozess wird heute am Landesgericht Feldkirch fortgesetzt.