„Dem Virus sind Uhrzeiten egal“

Die Landeshauptmänner Günther Platter (Tirol), Markus Wallner und Wilfried Haslauer (Salzburg) gaben die Senkung der Sperrstunde auf 22 uhr bekannt. Das Bild zeigt die Landeshauptleute bei einer gemeinsamen Pressekonferenz im vergangenen Jahr. Foto: VOL Live

Die Landeshauptmänner Günther Platter (Tirol), Markus Wallner und Wilfried Haslauer (Salzburg) gaben die Senkung der Sperrstunde auf 22 uhr bekannt. Das Bild zeigt die Landeshauptleute bei einer gemeinsamen Pressekonferenz im vergangenen Jahr. Foto: VOL Live

Vorarlberg, Tirol und Salzburg legen aufgrund der steigenden Covid-Zahlen die Sperrstunde von 1 Uhr auf 22 Uhr vor. Die Maßnahme sei in enger Abstimmung mit der Bundesregierung beschlossen worden, hieß es gestern. Der Beschluss sorgt für Kritik.

Die drei westlichen Bundesländer legen die Sperrstunde wegen der steigenden Corona-Zahlen auf 22 Uhr vor. Das verkündeten die Landeshauptmänner Markus Wallner, Günther Platter (Tirol) und Wilfried Haslauer (Salzburg/jeweils ÖVP) in einer gemeinsamen Aussendung mit dem Kanzleramt. Die Maßnahme soll vorerst auf drei Wochen befristet sein und mit kommenden Freitag in Kraft treten. Bisher mussten die Lokale um 1 Uhr schließen. Vorarl­bergs Landeshauptmann Markus Wallner sieht eine zwingende Notwendigkeit der Maßnahme: „Durch die wieder deutlich ansteigenden Fallzahlen sehen wir uns auch in Vorarlberg gezwungen, die Sperrstunde auf 22 Uhr vorzuverlegen. Bei der Auswertung der verschiedenen Cluster hat sich deutlich gezeigt, dass gerade zu später Stunde die Eigenverantwortung stark abnimmt. Mit der Einschränkung der Sperrstunde sehen wir uns gezwungen, dieser Entwicklung entgegenwirken.“

NEOS: „Chaotisches ­Krisenmanagement“

„Nach dem Chaos rund um die bundesweiten Corona-Maßnahmen, die eine sinnvolle Ampelregelung aushebeln, wird das verworrene Krisenmanagement heute um eine Facette reicher. Jetzt gibt es zu den bundesweiten Vorgaben und der Corona-Ampel auch noch landesweite Alleingänge“, reagiert NEOS-Tourismussprecherin Scheffknecht auf die vorgezogene Sperrstunde in Vorarlberg, Tirol und Salzburg und fügt hinzu: „Jede Planbarkeit für die Unternehmerinnen und Unternehmer ist somit dahin. Es braucht endlich klare Regeln, die alle verstehen. Dieses Chaos muss endlich ein Ende haben. Das aktuelle Krisenmanagement schädige eine bereits angeschlagene Branche zusätzlich“, ist Scheffknecht überzeugt. „Die neue Sperrstundenregelung führt zu weiteren massiven Umsatzeinbrüchen und einer zusätzlichen Jobvernichtung in der Gastronomie und im Tourismus. Damit sind dramatische Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt vorprogrammiert. Dieses chaotische Krisenmanagement führt zum langsamen Tod der Gastronomie.“

SPÖ: „Keine Logik“

Für SPÖ-Gesundheitssprecherin Elke Zimmermann ist die spontane Verkürzung der Sperrstunden ebenfalls nicht nachvollziehbar. „Nach dem Ampel-Chaos der Bundesregierung kommen Alleingänge von Bundesländern. Dieser Schritt folgt keiner Logik, sondern ist eine weitere isolierte Einzelmaßnahme. Nach wie vor fehlt eine gemeinsame Strategie. Wenn wir wollen, dass die Gesundheitsmaßnahmen von allen akzeptiert werden, sollten wir bundesweit nach denselben Regeln spielen. Wir brauchen Klarheit statt Chaos“, so Zimmermann, die weiters betont: „dem Virus sind Uhrzeiten egal.“

Das sagen Gastronomen

WANN & WO hat sich unter Vorarlbeger Gastronomen umgehört, was sie zu den jüngsten Einschränkungen zu sagen haben. Mehr dazu auf Seite 12 dieser Ausgabe.

81.252 Corona-Tests wurden mit Stand gestern (16 Uhr) in Vorarlberg durchgeführt. 1684 der Tests lieferten ein positives Ergebnis. 1215 Menschen in Vorarlberg gelten wieder als genesen. 449 der Testpersonen sind noch aktiv auf das Virus getestet.

Wann & Wo | template