Zukunftsangst und Ohnmacht

Kinder und Jugendliche leben dieser Tage in großer Unsicherheit. Foto: APA, SOS Kinderdorf

Kinder und Jugendliche leben dieser Tage in großer Unsicherheit. Foto: APA, SOS Kinderdorf

85 Prozent aller Kinder und Jugendlichen haben Angst um den Planeten, ergibt eine aktuelle Studie von SOS-Kinderdorf.

Kinder und Jugendliche auf der ganzen Welt haben 2019 geschafft, was vielen Erwachsenen davor nicht gelungen ist: Das Thema Klimawandel in den Mittelpunkt der politischen Debatte zu rücken. Dann kam Corona. Die aktuelle Gesundheitskrise überschattet die zweite globale Krise – den Klimawandel. Das ändert allerdings nichts daran, dass sich Kinder und Jugendliche weiterhin die größten Sorgen um unseren Planeten machen. „Junge Menschen sind durch Corona mit großer Unsicherheit konfrontiert – nicht nur gesundheitlich, sondern auch am Arbeitsmarkt, in ihrer Ausbildung, im sozialen Umfeld. Umso bemerkenswerter ist es, dass Corona die Angst vor der Klimakrise nicht verdrängt hat“, so Christian Moser, Geschäftsführer von SOS-Kinderdorf. Laut einer aktuellen Umfrage, die das Institut für Jugendkulturforschung für SOS-Kinderdorf durchgeführt hat, machen sich 59 Prozent der Kinder und Jugendlichen Sorgen, dass es in Zukunft öfter zu Pandemien kommen könnte. Hingegen haben 85 Prozent Angst, dass die Menschheit drauf und dran ist, die Erde zu zerstören. Mit dieser Angst fühlen sich die jungen Österreicherinnen und Österreicher alleingelassen: „Über 80 Prozent finden, dass Politik und Wirtschaft den Klima- und Umweltschutz nicht ernst genug nehmen. Als Kinderrechtsorganisation ist es unser Auftrag, gemeinsam mit jungen Menschen mehr Klimaschutz einzufordern“, so Moser.

Düstere Aussichten

Jeder und jede zweite Befragte gibt an, es gäbe zu wenig Platz für junge Menschen im öffentlichen Raum. In österreichischen Städten leidet jeder und jede Fünfte darunter, nicht genügend Grünflächen in der Wohnumgebung zu haben. „Das Traurige: Kinder und Jugendliche erwarten sich keine Besserung der Situation, sondern blicken pessimistisch in die Zukunft. 83 Prozent machen sich Sorgen, dass die Luftqualität immer schlechter wird und 70 Prozent haben Angst, dass sich die Folgen des Klimawandels und der Umweltverschmutzung negativ auf ihre Gesundheit auswirken. 72 Prozent finden, die Jungen müssen die Fehler der Älteren beim Klima- und Umweltschutz ausbaden“, so Moser.

<p class="caption">Christian Moser</p>

Christian Moser

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