Festnahmen bei Protest gegen Lukaschenko

Maskierte Polizisten führen eine Demonstrantin ab. Foto: AP

Maskierte Polizisten führen eine Demonstrantin ab. Foto: AP

Hunderte Frauen haben gestern in Belarus gegen die Amtseinführung von Staatschef Alexander Lukaschenko protestiert. Es kam zu mehreren ­Festnahmen, darunter auch Journalistinnen.

An zentralen Plätzen in der Hauptstadt Minsk versammelten sie sich und riefen „Schande“. In den Straßen standen Polizeitransporter bereit. Die Proteste in der ehemaligen Sowjetrepublik dauern inzwischen schon fast acht Wochen. Das Menschenrechtszentrum Wesna sprach unmittelbar nach Beginn der Aktion schon von rund zehn Festgenommenen, darunter auch Journalistinnen. Auf Videos war zu sehen, wie uniformierte Sicherheitskräfte Frauen an Händen und Füßen zu den Bussen schleppten. Auch vor Einkaufszentren wurden Menschen mitgenommen. Für den „Marsch der weiblichen Solidarität“ sammelten sich die Frauen in mehreren Gruppen. Mit den regelmäßig am Samstag stattfindenden Demonstrationen wollen sie die Oppositionelle Swetlana Tichanowskaja unterstützen, die sie als wahre Siegerin der Wahl vom 9. August ansehen. Tichanowskaja war von Lukaschenkos Machtapparat zur Ausreise ins benachbarte EU-Land Litauen gedrängt worden. Lukaschenko hatte sich nach der von massiven Manipulationen überschatteten Abstimmung mit mehr als 80 Prozent der Stimmen zum Sieger erklären lassen. Er ist bereits seit 26 Jahren an der Macht. Am Mittwoch ließ sich der als „letzter Diktator Europas“ bezeichnete Politiker ohne vorherige Ankündigung vereidigen.

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