Berufsfischer-Protest gegen Fischzucht

Die Bodenseeberufsfischer sprechen sich gegen den Bau einer Felchenzucht-Anlage aus.  Symbolfoto: dpa

Die Bodenseeberufsfischer sprechen sich gegen den Bau einer Felchenzucht-Anlage aus.  Symbolfoto: dpa

Konstanz/Bregenz. Berufsfischer aus Deutschland und der Schweiz haben gestern mit Schiffskorsos gegen Zuchtanlagen für Felchen im Bodensee protestiert. Eine Genossenschaft wolle solche Anlagen aufgrund zurückgehender Fangerträge bauen lassen. Mehr als 100 Wasserfahrzeuge beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter an der Protestaktion. „Netzgehege zur Felchen-Zucht sind eine schlechte Zukunftsvision für den Bodensee“, sagte Elke Dilger von den badischen Berufsfischern. Der Fang des beliebten Speisefischs sei mittlerweile ein schwieriges Unterfangen, etwa aufgrund von „Nährstoffmangel im immer saurer werdenden See“, hieß es. Deswegen würden immer mehr Felchen aus dem Ausland importiert.

Sorge vor Krankheiten

Ihre Ablehnung begründeten die Fischer mit der Befürchtung vor einer Übertragung von Krankheiten auf Wildtiere und die Verunreinigung des Bodensees, der auch als Trinkwasserspeicher für rund vier Millionen Menschen dient. Die Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB) schließe Netzgehege explizit aus. Das bayerische Landwirtschaftsministerium teilte dagege mit, den Aufbau und Betrieb einer solchen Anlage nur gemeinsam mit den Fischern umsetzen zu wollen – diese seien aber dagegen.

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