EU einigt sich auf Corona-Ampel

Welche Maßnahmen die EU-Staaten treffen, steht ihnen frei. Kritik aus Österreich.

Die EU-Europaminister haben gestern eine Empfehlung für eine europaweite Corona-Ampel beschlossen. Damit will die EU Reisebeschränkungen in der Pandemie besser koordinieren. Österreich enthielt sich. Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) kritisierte, die Schwellenwerte wären „nicht mehr treffsicher“. Die meisten Regionen in Europa wären rot eingefärbt und eine Steigerung sei nicht mehr möglich, kritisierte Edtstadler die mangelnde Differenzierung.

Anzahl der Neuinfektionen entscheidend

Bei der Corona-Ampel handelt es sich um eine von der Europäischen Gesundheitsagentur ECDC erstellte Landkarte, die sich auf Daten der Mitgliedstaaten stützt. Entscheidend ist die kumulative Anzahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner der letzten 14 Tage, die Rate der positiven Tests sowie die Testrate. Österreich habe sich wie am Freitag enthalten, hieß es in EU-Kreisen. Bei „grün“ müssen die Neuinfektionen unter einem Wert von 25 liegen, die positiven Tests unter vier Prozent. Hier sollten keine Restriktionen der Mitgliedstaaten gelten. Bei „orange“ müssen die Neuinfektionen unter 50 und die Rate positiver Tests unter vier Prozent liegen. Wenn die Notifikationen zwischen 25 und 150 liegen, muss die Rate positiver Test unter vier Prozent liegen, damit eine Region noch „orange“ eingestuft wird. Auf „rot“ schaltet die Ampel, wenn die Neuinfektionen höher als 50 bzw. die Rate der positiven Tests vier Prozent oder höher liegen, oder wenn die Neuinfektionsrate mehr als 150 beträgt.