„Schrecklich, bedrohlich, absurd“

Der in Wien lebende Lauteracher Sandro Nicolussi über den Anschlag.  Foto: Nicolussi

Der in Wien lebende Lauteracher Sandro Nicolussi über den Anschlag.  Foto: Nicolussi

Sandro Nicolussi (26) aus Lauterach studiert und arbeitet in Wien. Mit WANN &WO sprach der geschockte Jung-Journalist und Kulturschaffende über die schrecklichen Ereignisse.

„An besagtem Abend lernte ich für eine Prüfung. Um kurz nach 20 Uhr las ich die ersten Meldungen auf Twitter, danach war an Lernen nicht mehr zu denken. Meine komplette WG fand sich vor den Bildschirmen ein, um die Berichterstattung zu verfolgen, während wir auf sozialen Medien mitlasen. Die Handys vibrierten im Sekundentakt und Leute aus Wien, dem Ländle und sogar fernere Bekannte aus Frankreich meldeten sich, um zu fragen, ob alles okay ist. Es war schrecklich, bedrohlich, absurd“, zeigt sich der 26-Jährige konsterniert. Aber es zeige auch, wie unterstützend die Leute in seiner Bubble gewesen seien. Unterschlupf und telefonische Unterstützung seien angeboten worden – die ganze Nacht über. Leute haben sich solidarisiert. Und an Schlaf sei sowieso kaum zu denken gewesen. Trotzdem richtet der junge Journalist und Kulturschaffende einen Appell der Menschlichkeit an alle: „Natürlich ist es schrecklich, von derartigen Taten zu hören. Gedanken und Solidarität gelten nun den Opfern, deren Angehörigen sowie all jenen, die es nach diesem Ereignis in ihrem Alltag wieder vermehrt mit Anfeindungen und Pauschalverunglimpfungen zu tun haben. Ich halte es für wichtig, die Angst nicht die Oberhand bekommen zu lassen. Lassen wir den Terror nicht gewinnen und hören wir nicht auf jene, die diese Taten nun im In- und Ausland für ihre autoritären Zwecke nutzen wollen. Das Morden kann ein Ende nehmen, wenn wir uns dafür entscheiden – in Europa, an den EU-Außengrenzen und weltweit. Dafür müssen wir stärker und rationaler sein als Hass und Angst.“

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