Kampagne: Kinder vor Gewalt schützen

Verzweifelte Eltern können sich an Beratungsstellen wenden. Symbolfoto: istockphoto; Fitzkes

Verzweifelte Eltern können sich an Beratungsstellen wenden. Symbolfoto: istockphoto; Fitzkes

Das Land Vorarlberg nimmt die Kampagne zum Gewaltverbot in der Erziehung wieder auf.

Für viele Familien ist die derzeitige Lage sehr belastend: Homeschooling und Homeoffice führen dazu, dass Eltern und ihre Kinder viel Zeit miteinander in den eigenen vier Wänden verbringen, da kann es schnell „eng“ werden. Dazu kommen mitunter Sorgen um den Arbeitsplatz, finanzielle Nöte, reduzierte soziale Kontakte und Zukunftsängste. Laut einer Studie der Universität Hamburg fühlen sich 70 Prozent aller befragten Eltern und Kinder seelisch belastet, Streitigkeiten in den Familien nehmen zu. „Damit es durch die psychische Belastung nicht zu Gewalt kommt, möchten wir mit der Wiederaufnahme unserer Kampagne zum Gewaltverbot in der Erziehung zeigen, dass es auch andere Handlungsoptionen gibt“, sagt die zuständige Landesrätin Katharina Wiesflecker. Die von Kinderschutz Vorarlberg in den letzten beiden Jahren entwickelte Kampagne hat zum Ziel, einerseits auf das seit 30 Jahren in der Verfassung verankerte Gewaltverbot in der Erziehung aufmerksam zu machen, und andererseits möglichst viele Menschen für dieses Thema einer gewaltfreien Erziehung zu sensibilisieren.

Beratungs- und
Unterstützungsangebote

„Wir wollen vor allem auch aufzeigen, dass es Alternativen gibt. Und es gibt Hilfe, alle Beratungs- und Unterstützungsangebote haben auch in dieser herausfordernden Zeit offen und sind erreichbar“, appelliert Landesrätin Wiesflecker. „Ich möchte dazu aufrufen, diese Angebote unbedingt anzunehmen, bevor es „zu viel“ wird.“ Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gewalt und anderen Formen der Gefährdung ihres Wohls hat durch die Pandemie noch einmal an Bedeutung gewonnen. Jedes Kind hat das Recht auf gewaltfreie Erziehung, seit im Jahr 1989 die Kinderrechtskonvention in Österreich umgesetzt worden ist. Dennoch leiden schon in „normalen“ Zeiten bis zu 25 Prozent der 6- bis 14-Jährigen unter einem „gewaltbelasteten Erziehungsstil“. Erste Studien legen nahe, dass diese Zahl während des Lockdowns noch ansteigt. Wenn zudem noch Betreuungs- oder Freizeiteinrichtungen nicht wie gewohnt zur Verfügung stehen, haben die Kinder und Jugendlichen auch weniger außerhäusliche Bezugs- bzw. Ansprechpersonen. Bis Mitte Jänner wird deshalb die Kinderschutzkampagne noch einmal aufgegriffen. Gemeinsam mit den Gemeinden will die Landesregierung darauf aufmerksam machen, dass Gewalt niemals eine Lösung sein kann.  MH

Weitere Informationen:
www.vorarlberg.at/kinderschutz

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