„Lage wird bis Mitte 2021 deutlich besser“

LH Wallner ist während der Pandemie praktisch rund um die Uhr im Einsatz.  Foto: Fasching

LH Wallner ist während der Pandemie praktisch rund um die Uhr im Einsatz.  Foto: Fasching

Corona wird auch 2021 bestimmen. W&W sprach mit LH Wallner über Herausforderungen und Chancen.

WANN & WO: 2020 war ein für alle sehr forderndes Jahr. Wie haben Sie 2020 selbst erlebt?

Markus Wallner: Ich war persönlich in den letzten Monaten praktisch rund um die Uhr im Einsatz, auch am Wochenende. Da ist leider weniger Zeit für meine Familie geblieben. Zudem ist der direkte Kontakt zur Bevölkerung nicht so möglich, wie ich mir das vorstelle.

WANN & WO: Wie sieht die künftige Teststrategie im Ländle aus und was erhoffen Sie sich davon?

Markus Wallner: Ab dem 18. Jänner wird man sich in Vorarlberg an sieben Standorten im ganzen Land jederzeit gratis testen lassen können. Bis genügend Impfstoffe verfügbar sind, ist das ein wichtiger Schritt in der Pandemiebekämpfung. Ich sehe darin eine Chance, wieder frühzeitig zu einer gewissen Normalität zurückzukehren.

WANN & WO: Viele Menschen sind mit ihrer Geduld am Ende und kritisieren die Pandemie-Maßnahmen: Welchen Appell haben Sie an die Vorarlberger im neuen Jahr?

Markus Wallner: Ich kann eine gewisse Pandemiemüdigkeit
nachvollziehen. Es geht uns derzeit vermutlich allen gleich – auch mir: Wir möchten dieses Virus einfach loswerden. In diesem Jahr bekommen wir mit den ausgebauten Testkapazitäten und freiwilligen Impfungen aber erstmals die Chance, das Coronavirus abzuschütteln und unser gewohntes Leben zurückzugewinnen. Dieser Ausblick ist ein Grund für Zuversicht!

WANN & WO: Werden wir uns auch 2021 von Lockdown zu Lockdown bewegen?

Markus Wallner: Klar ist für mich, dass weitere Lockdowns unbedingt vermieden werden müssen. Dennoch kann man diese leider nicht gänzlich ausschließen – wie die explosionsartige Ausbreitung der zweiten Welle Ende 2020 trotz unserer intensiven Vorbereitungen eindrücklich gezeigt hat. Ich glaube 2021 müssen wir in gewissen Bereichen wieder vermehrt zu regionalen Lösungen zurückkehren – die Teststrategie ist eine davon. Ein Ende der Pandemie ist aber in Sicht und ich bin mir sicher, dass sich die Lage bis Mitte des Jahres deutlich verbessern wird.

WANN & WO: Sie blicken also optimistisch auf das neue Jahr?

Markus Wallner: Ja, definitiv! Ich bin sicher, dass wir 2021 wieder zu alter Stärke und in den gewohnten Alltag zurückfinden finden.

WANN & WO: Was erhoffen Sie sich von den kürzlich gestarteten Impfungen? Wie kann man die Menschen zur Impfung motivieren?

Markus Wallner: Wir haben eine sehr große Nachfrage hinsichtlich der Impfungen und uns erreichen derzeit viele Anfragen, wann diese in Vorarlberg denn nun möglich sind. Auch ich werde mich so bald wie möglich impfen lassen.
Natürlich gibt es aber auch skeptische Menschen, das ist auch völlig okay und ich möchte hier niemanden zwingen. Die Impfung muss freiwillig bleiben. Diese Personen müssen sich jedoch bewusst sein, dass eine Impfung aufgrund der hohen Nachfrage und der begrenzten Anzahl der verfügbaren Impfstoffe für Sie dann möglicherweise erst 2022 möglich ist.

WANN & WO: Welche Botschaft haben Sie für Corona-Leugner und Verschwörungstheoretiker?

Markus Wallner: Derzeit geistert eine Reihe von kruden Theorien durch die sozialen Medien. Ich möchte nicht jeden Impfgegner gleich als Verschwörungstheoretiker oder Corona-Leugner bezeichnen, sondern wir müssen durch viel Informationsarbeit dazu beitragen, diese Falschmeldungen zu entkräften. Daher werden wir eine umfangreiche Informationskampagne mit objektiven und wissenschaftlichen Argumenten zum Thema Corona-Impfung starten.

WANN & WO: Welche Projekte stehen für Sie im neuen Jahr ganz oben auf der To-Do-Liste?

Markus Wallner: Wir müssen die Beschäftigung ankurbeln und die Arbeitslosenzahlen senken. Deshalb starten wir 2021 die größte Joboffensive in Vorarlberg. Auch unsere Kinder dürfen nicht zum Verlierer der Pandemie werden. Wir werden unsere Anstrengungen weiter intensivieren, um 2035 zum chancenreichsten Lebensraum für Kinder zu werden.

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