„Corona wird vorbeigehen“

Die Opposition wirft Sebastian Kurz ­„leere Versprechungen“ vor. Foto: APA

Die Opposition wirft Sebastian Kurz ­„leere Versprechungen“ vor. Foto: APA

Im Mai soll es in Österreich weitere Öffnungsschritte geben, teilte Kanzler Kurz gestern in einer Videobotschaft mit. Zudem sollen in den nächsten 100 Tagen alle die erste Impfung erhalten, die das möchten.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) stellt in einer österlichen Videobotschaft Öffnungsschritte für Sport, Kultur, Gastronomie und Tourismus im Mai in Aussicht. Was die Impfungen betrifft bleibt er trotz der verzögerten Lieferungen beim bekannten Plan – und versichert, dass „in den nächsten 100 Tagen jedem, der sich impfen lassen möchte, zumindest die erste Impfung“ angeboten werde. Schärfere Corona-Schutzmaßnahmen für den Westen hält der Kanzler derzeit nicht für geboten. In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland – die bis 11. April im Lockdown sind – sei die Situation auf den Intensivstationen angespannt, dort brauche es einschneidende Maßnahmen. Im Rest Österreichs sei die Situation aber eine deutliche bessere, „wir werden versuchen, weiterhin mit den bestehenden Maßnahmen auszukommen“, sagt Kurz in dem via Facebook verbreiteten Video.

„Normalität“ im Sommer?

„Corona wird vorbeigehen“, so Kurz, „sodass wir im Sommer wieder alle zur Normalität zurückkehren können“. Die Zeit bis dahin sei allerdings fordernd und schwer vorhersehbar. Man müsse „die Dinge hinnehmen, die wir nicht ändern können“, nämlich Virusmutationen und „Impfstoffe, die nicht geliefert werden“, sagt Kurz – und appelliert an alle, das Testangebot zu nützen und sich impfen zu lassen.

Kritik von Opposition

Die Opposition überzeugte Kurz mit seinem Oster-Video nicht – im Gegenteil: Der Kanzler lege den Österreichern „faule Eier ins Nest“ – nämlich nur „falsche Hoffnungen und leere Versprechungen“, kritisierte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch in einer Aussendung. FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl fühlte sich an das Vorjahr erinnert. Schon da habe Kurz Ankündigungen – nämlich der „Auferstehung“ nach Ostern –gemacht, „die Sie nicht einmal ansatzweise gehalten haben“. Jetzt gebe der Kanzler „einmal mehr Versprechen ab, die er nicht wird halten können“. Auch NEOS zeigten sich höchst skeptisch: „Erst im März hat Sebastian Kurz versprochen, dass alle über 75 bis April geimpft sein werden. Heute – am 3. April – stehen wir bei knapp 20 Prozent. Was soll man diesem Bundeskanzler noch glauben? Wie soll man dieser Regierung noch vertrauen?“, fragte Gesundheitssprecher Gerald Loacker.

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