Italien streitet über Impfpflicht

Die rechte Lega ist gegen eine verpflichtende Impfung, die Sozialdemokraten befürworten sie.

Die von Premier Mario Draghi in Aussicht gestellte Impfpflicht, sollte bis Ende September keine Herdenimmunität von 80 Prozent der geimpften Bevölkerung in Italien erreicht werden, sorgt für Auseinandersetzungen in der Regierungskoalition. Lega-Chef Matteo Salvini sprach sich trotz Draghis Kritik an der Lega weiter klar gegen die Einführung einer Impfpflicht aus. „In keinem anderen europäischen Land besteht ein Impfzwang“, warnte Salvini. Ein Impfzwang gelte bereits für das Gesundheitspersonal. Salvini wehrt sich auch gegen eine von der Regierung geplante Verschärfung der Anti-Corona-Restriktionen.

Zulassung vorausgesetzt

Für die Impfpflicht erklärten sich dagegen die Sozialdemokraten (PD) und die Mitte-Links-Kraft „Italia Viva“, die ebenfalls der
Regierungskoalition angehören. Draghi hatte am Donnerstag auf einer Pressekonferenz bejaht, dass er sich vorstellen könne, eine allgemeine Impfpflicht einzuführen. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die europäische und die italienische Arzneimittelagentur die Impfstoffe nicht mehr als Notfall-Arznei mittels Notfallzulassung sondern hingegen vollständig
zulassen. Der Chef der Sozial-demokraten, Enrico Letta, begrüßte die Aussage von Italiens Premier Mario Draghi.

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