„Müssen ihm Zukunft geben“

Das Seilbahnunglück in Stresa im vergangenen Mai schockierte die Welt. Foto: AP

Das Seilbahnunglück in Stresa im vergangenen Mai schockierte die Welt. Foto: AP

Die italienische Regierung bemüht sich um eine Lösung im Fall von Eitan B., dem überlebenden Buben des Seilbahn­unglücks am Lago ­Maggiore im Mai.

Die Regierung führe einen Dialog mit Israel, um eine Lösung im Familienstreit zu finden, sagte Familienministerin Elena Bonetti. „Wir müssen diesem Kind und der Familie, die ihn aufgenommen hat, eine Zukunft geben“, sagte die Ministerin nach Medienangaben. Der italienische Konsul in Tel Aviv traf Eitan am Freitag in der Wohnung seines Opas, der ihn von Pavia nach Israel gebracht hatte. Das Kind sei in guter Verfassung, sagte er. Der Sechsjährige lebt derzeit bei seinem Großvater mütterlicherseits in der Nähe von Tel Aviv.

Frage um Fürsorge

Die italienische Justiz hatte Untersuchungen gegen die Großeltern des Sechsjährigen aufgenommen, nachdem er Anfang September von der Familie mütterlicherseits von Italien nach Israel gebracht worden war. Der Vorwurf lautet auf Kindesentführung. Der Bub, der als einziger das Seilbahnunglück im Mai überlebt hatte, soll von den israelischen Verwandten der in Italien lebenden Tante entzogen worden sein, die von den italienischen Behörden das Fürsorgerecht erhalten hatte.

Familie verloren

Der Bub hatte beim Absturz einer Seilbahn-Gondel am 23. Mai seine Eltern und seinen Bruder verloren. Insgesamt kamen bei dem Unfall im Piemont 14 Menschen ums Leben. Ein Gericht ernannte daraufhin die in Pavia in der Region Lombardei lebende Schwester des Vaters zum Vormund. Der Familienstreit um das Kind sorgt in Italien für großes mediales Interesse

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