„Land ist wichtiger als meine Person“

Paukenschlag in Wien: Sebastian Kurz hat gestern Abend seinen Rücktritt vom Amt des Bundeskanzlers erkärt.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) tritt nach den Korruptionsvorwürfen gegen ihn zurück und wechselt als Klubchef der ÖVP in den Nationalrat. Als seinen Nachfolger schlägt er Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) vor. Ein Schuldeingeständnis bedeutet diese Ankündigung bei einem Presseauftritt gestern Abend nicht. Kurz bezeichnete die Vorwürfe gegen ihn – wie schon wiederholt zuvor – neuerlich als falsch.

„Will Chaos vermeiden“

Kurz begründete seinen Abgang damit, dass er Monate des Chaos und des Stillstands vermeiden wolle. Auch wolle er ein Vier-Parteien-Experiment auf Gnaden von FPÖ-Obmann Herbert Kickl vermeiden: „Mein Land ist mir wichtiger als meine Person.“ Es sollte in so einer Situation nicht um persönliche Interessen, Parteiinteressen oder politische Taktik gehen, sagte Kurz. „Mein Land ist mir wichtiger als meine Person.“ Um die Pattsituation aufzulösen, habe er sich entschieden, Platz zu machen. Er habe das ÖVP-Regierungsteam ersucht, die Arbeit fortzusetzen und dem Bundespräsidenten Außenminister Alexander Schallenberg als neuen Bundeskanzler vorgeschlagen, erklärte Kurz. Ganz zieht sich Kurz freilich nicht zurück: „Ich werde als Parteiobmann und Klubobmann ins Parlament zurückkehren und die Chance nutzen, um die Vorwürfe zu entkräften.“ Kurz hatte sich tagelang dagegen gewehrt, zurückzutreten – zuletzt wurde der Druck aus seinen Landesparteien aber zu groß.

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Er soll übernehmen: Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP).

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