„Wieder auf Inhalte konzentrieren”

„Freundschaft“: Sprickler-Falschlunger lässt sich feiern. Rechts: Klubobmann Thomas Hopfner, der bei der Wahl Zweiter wurde. Er wurde in weiterer Folge auch nicht in das Stellvertreter-Gremium gewählt.

„Freundschaft“: Sprickler-Falschlunger lässt sich feiern. Rechts: Klubobmann Thomas Hopfner, der bei der Wahl Zweiter wurde. Er wurde in weiterer Folge auch nicht in das Stellvertreter-Gremium gewählt.

Gabriele Sprickler-Falschlunger erneut Parteichefin der SPÖ Vorarlberg.

Die 65-jährige Allgemeinmedizinerin Gabriele Sprickler-Falschlunger (65) ist gestern beim 44. ordentlichen Parteitag der SPÖ Vorarlberg nach dreijähriger Unterbrechung zum zweiten Mal zur Parteichefin der SPÖ Vorarlberg gewählt worden. Sie erhielt 115 von 162 Stimmen der Delegierten (70,99 Prozent Stimmenanteil). Damit überflügelte sie Klubobmann Thomas Hopfner (33 Stimmen) und die auch in der Partei eher unbekannte Angelika Mayr (14 Stimmen) klar. Das Antreten Sprickler-Falschlungers war durch eine entsprechende Abstimmung beim Parteitag möglich geworden – sie hatte erst am vergangenen Montag bekannt gegeben, kandidieren zu wollen. 140 der 162 Delegierten hießen die Bewerbung der 65-Jährigen gut, erforderlich war eine Zweidrittelmehrheit. Sprickler-Falschlunger hat die Partei bereits zwischen 2016 und 2018 geführt, ihre primäre Aufgabe war damals wie heute, innerparteiliche Konflikte auszuräumen und Gräben zuzuschütten. Zwei Bewerber – Robert Bedjanic und Alp Sanlialp (Sonntags-Talk auf den Seiten 14/15) – zogen ihre Kandidatur zurück, nachdem das Antreten von Sprickler-Falschlunger gesichert war. In weiterer Folge gaben sie eine Wahlempfehlung für sie ab. Auch die Parteiorganisationen von Dornbirn und Götzis sprachen noch vor der Wahl Sprickler-Falschlunger ihr Vertrauen aus.

Zurück aus der

„Polit-Pension“

Eigentlich hatte Sprickler-Falschlunger ihre politische Karriere nach der Landtagswahl 2019 beendet. Sie praktizierte weiter als Ärztin (bis heute) und blieb ein „politischer Mensch“, wie sie selbst sagte. Die Vorgänge in der SPÖ Vorarlberg in den vergangenen Wochen und Monaten – offener Streit um den Parteivorsitz und Misstrauen – bewogen sie nun, den Schritt zurück in die Politik zu wagen. Der Wunsch aller in der SPÖ sei es, „uns endlich wieder auf Inhalte zu konzentrieren und persönliche Befindlichkeiten in den Hintergrund zu stellen“, sagte sie. Sie sei davon überzeugt, dass es ihr gelingen werde, die aufgerissenen Gräben in der Partei wieder zuzuschütten, „damit wir gemeinsam an den dringendsten Problemen arbeiten können.“ Sprickler-Falschlungers Begeisterung für die Sozialdemokratie entspringt ihrem Aufwachsen in einer Eisenbahner-Siedlung. „Mich erschüttert, dass nach wie vor vielfach die Herkunft entscheidet, was aus einem wird“, sagte sie einst.

<p class="caption">Klare Ansagen bei der Rede. Fotos: APA</p>

Klare Ansagen bei der Rede. Fotos: APA

zur Person



Gabriele Sprickler-Falschlunger

Geboren am: 21. August 1956
in Bregenz.

Gelernter und ausgeübter Beruf:
Allgemeinmedizinerin.

Politischer Werdegang: Von 2000 bis 2009 Stadträtin in Dornbirn, von 2009 bis 2019 Landtagsabgeordnete.

Familienstand: geschieden, Mutter einer Tochter.

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