„Ich bin unglaublich dankbar“

Die Solidarität aus dem Ländle mit der ukrainischen Bevölkerung ist groß. Erste Hilfslieferungen sind bereits angekommen. Foto: AP

Die Solidarität aus dem Ländle mit der ukrainischen Bevölkerung ist groß. Erste Hilfslieferungen sind bereits angekommen. Foto: AP

Der Krieg in der Ukraine lässt sorgt auch im Ländle für große Solidarität: Neben privat organisierten Hilfsaktionen unterstützt auch die Initiative „Vorarlberg hilft“ die Opfer des Krieges in dem osteuropäischen Land.

Der Krieg in der Ukraine wirft seinen Schatten auch auf das Ländle, Entsetzen, Fassungslosigkeit und Trauer sitzen tief. Vor allem bei den hier lebenden Menschen aus dem betroffenen Land. „Ich komme aus Odessa. Als ich am Donnerstag vor einer Woche aufgewacht bin, erwartete mich der schlimmste Tag meines Lebens. Krieg in unserem Land! Ich kann es noch immer nicht glauben“, schildert die 22-jährige Ruslana. Seit Tagen fürchtet die in Bregenz wohnhafte Studentin um das Leben ihrer Familie und Freunde: „Die Stadt steht unter Beschuss. Ich glaube aber an unsere Armee, sie ist sehr stark. Zudem bekommen wir sehr viel Hilfe – hier aus Vorarl­berg, aber auch aus anderen Ländern. Das gibt mir Hoffnung und ich bin unglaublich dankbar.“

Die 31-jährige Anastasiia stammt aus der bitter umkämpften Stadt Mariupol und lebt seit sechs Jahren in Hörbranz. „In der Stadt gibt es seit Tagen kein Internet, keinen Strom, keine Heizung und auch keinen Korridor für Hilfsgüter oder Menschen auf der Flucht. Die Bevölkerung kämpft ums Überleben. Ich habe keinen Kontakt mehr zu meinen Eltern, ich hoffe, es geht ihnen gut“, sagt sie WANN & WO mit einem Zittern in der Stimme.

Gemeinsam mit anderen UkrainerInnen und UnterstützerInnen aus dem Ländle haben die beiden jungen Frauen gleich nach Ausbruch des Krieges in ihrer Heimat in Dornbirn eine Spendenaktion ins Leben gerufen. „Buchstäblich im Sekundentakt erhielten wir Spenden aus dem ganzen Ländle, das war wirklich sehr berührend“, berichtet Roman Zöhrer, der die Hilfsaktion in den vergangenen Tagen koordiniert hat: „Wir konnten bereits mehrere Tonnen an Hilfsgütern verschicken, erste Lieferungen mit Medikamenten und Lebensmitteln konnten auch bereits an der ukrainischen Grenze von unseren Kontakten entgegengenommen werden.“ Wie Zöhrer informiert, endete die private Hilfsaktion am vergangenen Freitag, da die HelferInnen sich ab sofort auf die Suche nach Unterkünften begeben und künftig als Dolmetscher tätig sein werden. Wer in den kommenden Tagen allerdings Richtung Ukraine aufbricht, etwa um Verwandte abzuholen, wird gebeten, sich mit Zöhrer unter der Nummer 0650/6282200 in Verbindung zu setzen: „So können Leerfahrten vermieden und Hilfslieferungen schneller in die Region gebracht werden.“ Zöhrer verweist zudem auf die Initiative „Vorarlberg hilft“: Hier können die Menschen in der Krisenregion ab sofort ebenfalls unterstützt werden.

„Vorarlberg hilft“ von VN,
Land, Rotes Kreuz und Caritas

„Wir sind tief bewegt vom Leid, das der brutale Überfall über ukrainische Frauen, Kinder und Männer gebracht hat. Als Nachbarn sind wir nun gefordert“, betont VN-Chefredakteur Gerold Riedmann. Die VN kooperieren bei der Ukrainehilfe mit dem Land, der Caritas und dem Roten Kreuz. „Bei humanitären Katastrophen war Vorarlberg immer rasch mit finanzieller Unterstützung zur Stelle. Schnelle Hilfe wird es auch für die Bevölkerung in der Ukraine brauchen. Deshalb wird die Initiative ,Vorarlberg hilft‘ reaktiviert“, schließt Landeshauptmann Markus Wallner. HK

<p>Ruslana</p>

Ruslana

<p>Anastasiia</p>

Anastasiia

<p>Roman Zöhrer</p>

Roman Zöhrer

„Vorarlberg hilft“
Spendenkonto

Caritas: Raiffeisen Feldkirch

IBAN: AT32 3742 2000 0004 0006

„Ukraine-Nothilfe“

Rotes Kreuz: Raiffeisen Feldkirch

IBAN: AT84 3742 2000 0014 3248

„Vorarlberg hilft“

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E-Mail:
unterkunft.­ukraine@
vorarlberg.at

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