Kiew warnt vor russischer Offensive im Osten

An dem Bahnhof warteten Flüchtende auf Züge. Sie wurden von verbotener Clustermunition getroffen. Foto: AP

An dem Bahnhof warteten Flüchtende auf Züge. Sie wurden von verbotener Clustermunition getroffen. Foto: AP

Nach dem Russland zugeschriebenen Raketenangriff auf Kramatorsk mit Dutzenden Toten untermauern die Behörden ihre Warnung vor einem größer angelegten russischen Angriff in der Region.

„Sie ziehen Truppen zusammen für eine Offensive und der Beschuss hat in den vergangenen Tagen zugenommen“, sagte der Gouverneur von Luhansk, Serhiy Gaidai, gestern in einer TV-Ansprache. Er forderte die Zivilbevölkerung erneut dazu auf, die Region zu verlassen.

Verbotene Munition eingesetzt

Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte den Angriff auf den Bahnhof von Kramatorsk in der Region Donezk als ein weiteres Kriegsverbrechen. In einer Videobotschaft rief er zu einer weltweiten Reaktion auf. Bei dem Angriff auf den Bahnhof von Kramatorsk am Freitag wurden nach ukrainischen Angaben mindestens 52 Menschen getötet. Es waren demnach vor allem Frauen, Kinder und Ältere, die auf der Flucht vor der erwarteten russischen Offensive im Osten waren. Der Bahnhof wurde nach Angaben des Regionalgouverneurs Pawlo Kyrylenko von einer ballistischen Kurzstreckenrakete mit Streumunition getroffen. Solche Clustermunition enthält viele kleinere Bomben und kann so auch zivile Ziele treffen. Streumunition ist gemäß einer Konvention von 2008 verboten.