Zwei ukrainische Rüstungsbetriebe sind bei Angriffen des russischen Militärs zerstört worden.

Angriffe auf Kiew

Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist bei einem neuen russischen Angriff unter Beschuss geraten. Es gab mehrere Explosionen, die ein Todesopfer ­forderten, wie Bürgermeister Vitali Klitschko gestern ­mitteilte.

Gestern geriet die ukrainische Hauptstadt Kiew unter Beschuss. Im Stadtteil Darnyzja kam es erneut zu mehreren Explosionen, wie Bürgermeister Vitali Klitschko gestern mitteilte. Dabei gab es einen Toten. Russland sprach von der Zerstörung zweier Rüstungsbetriebe. Im Osten des Landes wurden ukrainischen Behörden zufolge mindestens zwei Zivilisten getötet. Auch die Region Lwiw wurde wieder angegriffen.

Tausende zivile Opfer

Seit der russischen Invasion vor rund sieben Wochen sind laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj 2500 bis 3000 ukrainische sowie 19.000 bis 20.000 russische Soldaten getötet worden. Überprüfen lassen sich die Angaben nicht.

Russland zerstörte nach Angaben seines Verteidigungsministeriums zwei Rüstungsbetriebe. Es handle sich um ein Werk für gepanzerte Fahrzeuge in Kiew und eine Einrichtung für militärische Reparaturen in Mykolajiw. Zudem sei nahe der Stadt Isjum bei Charkiw ein ukrainisches Kampfflugzeug des Typs SU-25 abgeschossen worden. Über dem Gelände der Rüstungsfabrik in Kiew, das von zahlreichen Polizisten und Soldaten abgeriegelt wurde, stieg laut dem Bericht eines AFP-Korrespondenten Rauch auf. Das russische Verteidigungsministerium erklärte auf Telegram, bei dem Beschuss mit „hochpräzisen Langstreckenwaffen“ seien Produktionsgebäude der Fabrik zerstört worden. Es gab zunächst keine Angaben zu möglichen Opfern.

Die russischen Angriffe auf die Region Kiew hatten seit Ende März eigentlich abgenommen. Moskau kündigte damals an, seine Offensive auf den Osten der Ukraine konzentrieren zu wollen. Am Freitag drohte der Kreml jedoch, seine Angriffe wieder zu verstärken.