Russische Truppen haben gestern nach Angaben aus Kiew erneut zahlreiche Ziele in der Ukraine unter Beschuss genommen.

Attacken wurden unter anderem sowohl aus dem Donbass-Gebiet, als auch aus der weitgehend zerstörten Hafenstadt Mariupol gemeldet. „In Richtung Donezk führt der Feind Angriffshandlungen entlang der gesamten Frontlinie durch“, teilte der ukrainische Generalstab gestern mit. Die stärksten russischen Angriffe zielen auf die Großstadt Sjewjerodonezk im Gebiet Luhansk.

Daneben berichtet der Generalstab von abgewehrten Sturmversuchen in Rubischne, Popasna und Marjinka. In Solote wurden Kiew zufolge zwei Menschen durch Artilleriebeschuss getötet und zwei weitere verletzt. Die Hafenstadt Odessa wurde nach Angaben örtlicher Behörden Ziel eines Raketenangriffs. Dabei sei Infrastruktur getroffen worden. Auf das Stahlwerk Asowstal in Mariupol habe die russische Armee die Angriffe wieder aufgenommen, hieß es. Der Moskauer Patriarch Kyrill rief angesichts des bevorstehenden orthodoxen Osterfestes zum Frieden auf, vermied aber Kritik an den Kämpfen.

Russische Armee: 1098 Objekte in der Ukraine zerstört

Die russischen Streitkräfte gaben an, mehr als 20 Munitionsdepots der Ukraine zerstört zu haben. Luftgestützte Raketen und die taktische Luftwaffe hätten jeweils drei Depots vernichtet, die Raketenstreitkräfte weitere 16 Munitionslager, so das Verteidigungsministerium. Unabhängig lassen sich die Berichte nicht überprüfen. Insgesamt seien durch die Luftwaffe 66 ukrainische Militär­objekte getroffen worden, durch Raketenstreitkräfte und Artillerie sogar 1098 Objekte.

Guterres reist nach Russland und in die Ukraine

Rund zwei Monate nach Beginn der russischen Invasion in die Ukraine will UNO-Generalsekretär António Guterres kommende Woche Wladimir Putin und anschließend den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj besuchen. Foto: AP