Angriffe auf Charkiw

Eine ukrainische Familie sitzt vor ihrem völlig zerstörten Haus. Foto: AP

Eine ukrainische Familie sitzt vor ihrem völlig zerstörten Haus. Foto: AP

Russland hat die ­Offensive im Osten und Süden der Ukraine mit unverminderter Härte fortgesetzt und dabei insbesondere die Großstadt Charkiw attackiert.

In Charkiw waren in der Nacht auf gestern heftige Explosionen zu hören. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach trotz der Angriffe auf die zweitgrößte Stadt des Landes von „taktischen Erfolgen“ der Regierungstruppen in der Region. Laut britischen Berichten sind die Russen gezwungen, die Truppen neu zu sammeln. „Die Mängel bei der taktischen Koordination bestehen weiter“, twitterte das britische Militär zur Lage in der Nordostukraine. Wegen der Schwäche der Einheiten und unzureichender Luftunterstützung könne Russland seine Kampfkraft nicht voll ausschöpfen.

600 Einwohner in Sicherheit gebracht

Die ukrainischen Streitkräfte eroberten nach eigenen Angaben in der Nähe von Charkiw das „strategisch wichtige“ Dorf Ruska Losowa zurück. Dem Verteidigungsministerium in Kiew zufolge brachten die ukrainischen Soldaten mehr als 600 Einwohner in Sicherheit. „Die Lage in der Region Charkiw ist schwierig“, sagte Selenskyj in einer Fernsehansprache. „Aber unser Militär und unser Geheimdienst haben wichtige taktische Erfolge erzielt.“ Selenskyj warf der russischen Armee vor, bei ihrer Offensive im Donbass „alles Leben zerstören“ zu wollen. Die permanenten Angriffe auf die Infrastruktur und auf Wohngebiete zeigten, „dass Russland dieses Gebiet unbewohnbar machen will.“