Ermittlungen zu „Kriegsverbrechen“

Nach russischen Raketen­angriffen auf Wohn­gebiete in einer Küstengemeinde nahe der Hafenstadt Odessa mit mindestens 21 Toten hat die ukrainische Generalstaatsanwältin Iryna Wenediktowa von einem Kriegsverbrechen gesprochen.

„Wir ergreifen alle notwendigen Ermittlungsmaßnahmen, um die konkreten Personen zu ermitteln, die sich dieses schrecklichen Kriegsverbrechens schuldig gemacht haben“, sagte sie, während Ermittler die Trümmer durchkämmten. Wenediktowa sagte, die Ermittler stellten Fragmente der Raketen sicher, die ein Wohngebäude in der Küstenstadt Serhijiwka getroffen hätten. Es würden auch Messungen vorgenommen, um die Flugbahn der Geschosse zu bestimmen, sagte sie.

Selenskyj: „Absichtlicher ­russischer Terror“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, drei Schiffsabwehrraketen hätten „ein gewöhnliches Wohngebäude, ein neunstöckiges Gebäude“ getroffen, in dem etwa 160 Menschen lebten. Unter den Opfern seien zudem vier Mitglieder einer Familie, die sich auf einem „typischen“ Campingplatz am Meer aufgehalten hätten. „Ich betone: Dies ist absichtlicher, direkter russischer Terror und kein Fehler oder versehentlicher Raketenangriff“, sagte Selenskyj.

GB: Russland setzt unpräzise Waffen ein

Das britische Verteidigungsministerium erklärte gestern, aus der Luft angefeuerte Schiffsabwehrraketen hätten im Allgemeinen keine präzise Genauigkeit gegen Bodenziele. Wahrscheinlich setze Russland diese wegen eines Mangels an präziseren Waffen ein.