„Putin hat der UNO ins Gesicht gespuckt“

Bereits einen Tag nach der Einigung auf eine Wiederaufnahme der blockierten Getreide-Lieferungen sei der Hafen von Odessa von russischen Raketen getroffen worden.

Der Angriff sei „genau dort, wo das Getreide gelagert war“ erfolgt, zitierte die ukrainische „Pravda“ den Sprecher des Luftwaffenkommandos der Ukraine, Juri Ignat. Russland wies türkischen Angaben zufolge die Urheberschaft zurück. „Das ist es, was diese Abkommen mit einem terroristischen Land wert sind“, kritisierte Ignat. Die Situation war aber noch unübersichtlich. Dem ukrainischen Fernsehen zufolge entstand nur vergleichsweise geringer Sachschaden. Eine Pumpstation sei getroffen worden und ein kleiner Brand habe mehrere Gebäude beschädigt, nicht aber die Getreidelager, hieß es. Serhij Bratschuk von der Region Odessa sagte, dass zwei Kalibr-Marschflugköprer die Hafen-Infrastruktur getroffen hätten, zwei weitere seien von der Luftabwehr abgeschossen worden.

Türkei vermittelt

Damit habe Russlands Präsident Wladimir Putin der UNO und der Türkei „ins Gesicht gespuckt“, hieß es mit Blick auf die Vermittler des Getreideabkommens. Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar nannte den Angriff „sehr bedauerlich“ und rief alle beteiligten Parteien auf, ihre im Abkommen vereinbarte Zusammenarbeit fortzusetzen. „Die Russen haben uns mitgeteilt, dass sie absolut nichts mit diesem Angriff zu tun hätten, und dass sie diese Angelegenheit sehr genau und im Detail untersuchen“, betonte Akar. Auch UNO-Generalsekretär António Guterres, der am Freitag an der Unterzeichnung des Abkommens in Istanbul teilgenommen hatte, verurteilte den Beschuss. Am Freitag hätten sich alle Parteien auf globaler Ebene klar verpflichtet, den sicheren Export ukrainischen Getreides zu gewährleisten. „Die vollständige Umsetzung durch die Russische Föderation, die Ukraine und die Türkei ist zwingend erforderlich“, betonte der Portugiese.