AKW unter Beschuss

Russland und die Ukraine haben sich erneut gegenseitig den Beschuss des von Moskaus Truppen besetzten Atomkraftwerks Saporischschja ­vorgeworfen.

Es bestehe die Gefahr, dass Standards zum Schutz vor radioaktiver Strahlung verletzt würden, teilte der staatliche Kraftwerksbetreiber Enerhoatom gestern bei Telegram mit. Das größte europäische Kernkraftwerk sei innerhalb eines Tages mehrfach von russischem Militär beschossen worden. Dagegen teilte das russische Verteidigungsministerium mit, das AKW sei innerhalb von 24 Stunden insgesamt dreimal mit Artillerie von ukrainischer Seite beschossen worden.

Strahlungswerte normal

Dabei seien vier Geschosse in das Dach einer Anlage eingeschlagen, in der Kernbrennstoff des US-Unternehmens Westinghouse gelagert sei, sagte Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow in Moskau. ­Überprüfbar von unabhängiger ­Seite waren diese Angaben allerdings nicht.

Der Sprecher sagte auch, dass weitere Geschosse in der Nähe von Lagern mit Brennstäben und mit radioaktiven Abfällen eingeschlagen seien. Die Strahlensituation liege aber weiter im normalen Bereich.