Streit in Italiens Rechtslager – Meloni: „Bin nicht erpressbar“

Rechtspolitikerin Giorgia Meloni. Foto: AFP

Rechtspolitikerin Giorgia Meloni. Foto: AFP

In Italien wird noch vor dem offiziellen Beginn der Regierungsbildung der Streit innerhalb der Rechtskoalition schärfer.

Vor allem zwischen der Wahlsiegerin und voraussichtlich nächsten Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und ihrem bisherigen Verbündeten Silvio Berlusconi brodelt es. Berlusconi verlangt im nächsten Kabinett wichtige Ressorts für seine Partei Forza Italia – Meloni aber ließ ihn bislang weitgehend abblitzen. Für den Eklat innerhalb der Allianz rechter Parteien, die in den zwei Parlamentskammern die absolute Mehrheit haben, hatte Berlusconi mit einer handgeschriebenen Notiz gesorgt. Darauf vermerkte der 86-Jährige, mit Meloni können man nicht zurechtkommen. Sie lege ein „rechthaberisches, überhebliches, arrogantes, beleidigendes“ Verhalten an den Tag. Am Freitag hatten Medien Fotos des Zettels veröffentlicht, die am Donnerstag im Senat gemacht worden waren. Darauf angesprochen schimpfte Meloni: „Mir scheint, da fehlte noch ein Punkt auf Berlusconis Liste: Ich bin nicht erpressbar.“ Sie bezog sich auf den Versuch des Alt-Politikers, der Wahlsiegerin bei der ersten Senatssitzung eins auszuwischen, indem er seine Abgeordneten nicht für den Fratelli-Kandidaten Ignazio La Russa als Senatschef stimmen ließ.