Europa als Traumregion der Drogenhändler

Europa. An Kokain zu kommen, ist in Europa mittlerweile kaum schwieriger, als sich eine Pizza liefern zu lassen. Der „Kunde“ ordert den Stoff bei einem verschlüsselten Whatsapp- oder Signal-Konto und bekommt ihn kurze Zeit später von einem motorisierten Boten ins Haus geliefert – für etwa 70 Euro das Gramm. Dabei wird Europa immer stärker von lateinameri­kanischen Kokain-Kartellen ins Visier ­genommen. Der Chef der belgischen Polizeibehörde zur Bekämpfung von organisierter ­Kriminalität, Eric Snoeck, spricht von einem „­Tsunami“. Auch der deutsche Zoll verwies Ende Dezember anlässlich des Funds von 3,6 Tonnen Kokain im Hamburger Hafen auf den „anhaltend hohen Zufuhrdruck von Kokain nach ­Europa“. Etwa 90 Prozent des Kokains werden in ­Schiffscontainern nach Europa geschmuggelt, versteckt zwischen normalen Gütern wie Bananen oder Thunfischdosen. ­Hergestellt wird das Kokain in Lateinamerika, etwa zwei Drittel des Stoffs kommt aus Kolumbien.